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'The moment when a person changes into an image...' die klassischen Geschwister-Portraits der Finnischen Bild-Poetin Nelli Palomäki - als Ausstellung bei Gallery Taik Persons und als Preview auf GoSee

Gallery Taik Persons präsentiert die Ausstellung 'Shared' von Nelli Palomäki, erfolgreiche Absolventin der Helsinki School und Aalto University School of Arts, Design and Architecture. 'Shared' erkundet das komplexe Thema Geschwister, ihre menschlichen Beziehungen und familiäre Bindungen. Die Porträts zeigen Kinder und junge Erwachsene in verschiedenen Situationen und Konstellationen. Einmal Freund, einmal Feind engste Verbündete, stärkste Rivalen – die subtilen Hierarchien der Macht unter Geschwistern verschieben sich ständig. Eine herzliche Umarmung kann innerhalb von Sekunden in ein erhitztes Ringen umschlagen: Dies ist das geteilte Leben von Geschwistern.

Mit ihren Porträts ersucht Palomäki Facetten des Thema Geschwister in körperlicher, psychologischer und emotionaler Komplexität zu erfassen. Obgleich fast jedes Porträt im Vorhinein sorgfältig geplant und inszeniert ist, wird stets ein Element des Akzidentellen beibehalten, wodurch das Werk mit unvorhergesehenen Resultaten und Enthüllungen animiert wird und ein magisches Eigenleben trägt. Hierbei stellt der Akt des Posierens einen ausschlaggebenden Moment dar, in Palomäkis Worten, „der Moment, in dem ein Mensch sich in ein Bild verwandelt.“ Die Art und Weise, wie die Modelle sich selbst wahrnehmen und präsentieren bestimmt darüber, welche Geschichten anhand ihrer Porträts erzählt werden, ob beabsichtigt oder nicht.

"I deal with growth and our problematic way of seeing ourselves. I’m very much focused on the act of posing and on the moment when a person changes into an image. However there is a certain melancholy in my work, and I guess this is born from the miserable idea of time passing and us not being able to really go back to the moment. Through photography this becomes very concrete," wie sie in einem Interview den Sony Awards verriet.

Nelli Palomäki - Shared
Eröffnung: 30. Juni 2017, 18 – 21 Uhr
Ausstellung: 1. Juli – 9. September 2017
Gallery Taik Persons

22.06.2017 // show complete article

GoSee loves ... Jim Jocoy 'Order of Appearance' - Casemore Kirkeby zeigt eine fotografische Dokumentation von San Franciscos Punk Club Szene von 1977-1980 und als Bildband bei TBW Books

Die auf Fotografie spezialisierte Galerie Casemore Kirkeby aus San Francisco hat ein ganz besonderes fotografisches Schätzchen aufgestöbert - eine spannende Doku der damaligen Punk-Szene der heutigen Tech-Metropole nahe des Silicon Valleys... Das Opening fand am 16. Juni statt, am 15. Juli gibt es einen Artist Talk zwischen Jim Jocoy und dem Historiker Sam Lefebvre bei Casemore Kirkeby. Und für alle, die es nicht in die Bay-Area schaffen - Fotos hier bei GoSee und das gleichnamige Buch erschien kürzlich bei TBW Books.

"In 1976 at the start of the San Francisco punk scene, Jocoy became a student at UC Santa Cruz. By 1977 he had dropped out of school and turned his attention to the club scene. Jocoy obsessively photographed what was in front of him – in bedrooms, bathrooms, strip clubs, at punk shows at Mabuhay Gardens, alleyways and bars. Jocoy found outlets for showcasing his photos in his own punk/art zine, Windows and Orphans, as well as in seminal SF zines Search and Destroy, Research, and Punk Globe.

During this time Jocoy’s photos were shown in public only twice, the first, a show held at San Francisco State University featuring the Xerox color prints he’d produce during off hours at the photocopy shop where he worked, and later as a slide show presented at William Burroughs’ 70th birthday party in 1984. It wasn’t until many years later, through a series of serendipitous events, that Sonic Youth frontman, Thurston Moore, and fashion designer Mark Jacobs collaborated to produce what would become Jocoy’s first and highly praised book, We’re Desperate (Powerhouse, 2002), widely regarded as a celebration of the scene’s influential fashion.

Unknowingly foreshadowing the AIDS epidemic that would grip underground communities throughout the country, Jocoy’s photographs evoke an intimacy no unlike that felt when viewing the work by Nan Goldin, combined with the underground compulsion and clout found in the photos of Katsumi Watanabe and Karlheinz Weinberger. In the main gallery, Casemore Kirkeby will share Jocoy’s rarely glimpsed view of the punk scene, illuminated quiet and intimate moments of barely post-pubescent youth applying makeup, readying themselves for an evening out, diving full stop into the dark of night.

Born in 1952 in South Korea to his Korean mother and a U.S. Army solider, Jocoy was given two names: an American name, Edward Monfette, and a Korean name, Hyoung Su Lee. After divorcing, his mother married another soldier, Robert E. Jocoy, and at age six he was given a new name, Jimmy Jocoy. In 1969 the family settled in Sunnyvale, California. Jim Jocoy still resides in the Bay Area after a career working in UCSF’s Therapy Department. He maintains friendships with many of the subjects he photographed 40 years ago...."

Jim Jocoy - Order of Appearance

June 16, 2017 – July 29, 2017
13.06.2017 // show complete article

GoSee Buch Tipp : 28MM Edition I Manhattan - TOMASO BALDESSARINI präsentiert Abenteuer, Begegnungen und Stories von seinem Aufenthalt in New York als visuelles Selbstbildnis und Hommage an die Poesie des Alltags

Der Berliner Fotograf TOMASO BALDESSARINI hat seine Erlebnisse in New York in dem Fotobuch 28MM Edition I Manhattan festgehalten. Kuratiert wurde das Buch in Zusammenarbeit mit Bianca Winter, Art Producerin und Co-Owner von SOLOMON WINTER. Das Buch ist im Mai erschienen, eine Releaseparty in Berlin wird voraussichtlich im Sommer statt finden.

28MM Edition I Manhattan ist eine mitreißende, emotionale und dabei dokumentarische Achterbahnfahrt. Eine Kamera, eine 28mm-Linse und die Nähe zu den Objekten der Fotografien lassen den Betrachter in eine bislang ungesehene Welt eintauchen. Dieses Buch ist ein Stück authentisches Leben der Gegenwart – „A slice of life of the present“. Der Bildband ist eine optische Bestandsaufnahme über einen unhaltbaren inneren Zustand, der oft zu einer gesellschaftlichen Isolation führt. Es ist der Auftakt einer mehrteiligen Reihe, die sich auf verschiedene Bezirke New Yorks konzentriert. Sie beginnt mit Manhattan, dem amerikanischen Synonym für Wohlstand und Erfolg. Bei näherer Betrachtung eröffnet sich dem Beobachter jedoch ein Kampf um die pure Existenz der Bewohner, die nicht wissen, wie der nächste Monat gefristet werden soll. Jeder ist dort mit sich und seinem eigenen Leben beschäftigt. Die vorherrschende Erschöpfung, Wut und Angst lässt trotz alledem einen unerschütterlichen Überlebenswillen hervorscheinen.

Für den Fotografen Tomaso Baldessarini ist 28MM ein sehr persönliches Projekt. Auf seiner Fotoreise musste er sich seinen eigenen Ängsten stellen: er wurde mit Fremdheit und Berührungsängsten konfrontiert. Daraus entstand ein „visuelles Selbstbildnis“, denn in jedem Bild ist sein innerer Zustand erkennbar. Es ist die Macht des Moments mit all seinen Protagonisten und Schicksalen, was Baldessarini in seiner Arbeit antreibt. In kontrastreichen und farbintensiven Bildern dokumentiert der Fotograf den Zustand einer modernen Gesellschaft, die an ihren eigenen Maßstäben zerbricht. 28MM ist als eine Hommage an die Poesie des Alltags mit all ihren Geschichten zu verstehen.

"Die Straßen von New York haben mir die Energie gegeben Neues zu schaffen, ein Buch mit 352 Seiten, in dem extrem viel Liebe steckt. Jeden Meter bin ich mit Eifer gelaufen, mit dem unbändigen Willen auf der einen Seite besser zu werden und auf der andren eben meine Ängste zu überwinden. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich mich das letzte Mal im Leben so lebendig gefühlt habe," so der Fotograf auf seinem Blog.

"Meine wunderbare Kuratorin Bianca Winter hat mir die visuelle Ordnung beigebracht. Sie hat über 21 Jahre Erfahrung als Art Buyer. Sie hat mit Kollegen zusammengearbeitet die wir alle kennen. Zum Beispiel Lindbergh oder auch Richardson. Ein gnadenloses Auge geht ihr voraus und das weis ich sehr zu schätzen. Ihre Erfahrung hat das Buch zu etwas besonderen werden lassen. Wenn man auf Menschen trifft die eine Vision ohne viele Worte verstehen, ist das ein unglaublich vorteilhafter Zustand. 10.000 Bilder hatten wir zur Auswahl, 400 KM Fußweg und unglaubliche Schmerzen stecken in diesem Buch. Aber ich habe auch gelernt nur mit einer Kamera und einer Linse zu arbeiten, habe gelernt mich wie ein Reh zwischen den Massen der Menschen zu bewegen. Es hat nicht viel mit der typischen New York Erfahrung aus dem Kino Zutun, es ist das echte ungefilterte New York. 317 Bilder mussten ins Layout von mir gesetzt werden, genauso habe ich die Bildbearbeitung komplett selbst gemacht."

"Dieses Buch zu kuratieren war eine große Herzensangelegenheit und eine neue Herausforderung für mich als Art Buyerin. Das finale Werk mit seinen 352 Seiten ein ungeschminktes Portrait von New Yorks Herzstück Manhattan in den Händen zu halten ein wunderbares Gefühl. Neben dem schnelllebigen Tagesgeschäft in der Werbung eine neue Passion, der ich mich in Zukunft mehr und mehr widmen möchte. Baldessari ein junger Berliner Fotograf voller Herzblut für seine Projekte und die Fotografie. Sein dokumentarischer Blick auf die Stadt und ihre Menschen haben für mich auch ein großes Werbekampagnenpotential. Ich möchte mich auch bei Tom bedanken mir sein Projekt in dem soviel Arbeit steckte anvertraut zu haben."

Format quer 19cm x 30 cm, 352 Seiten, Farbe, 150 g/mÇ Condat matt Pèrigord Papier, Leinencover, Fadenbindung
Farbanstrich (Schwarz an den Seiten), Prägung (Rot), Gewicht: 1,9kg, Auflage 28MM streng limitiert 900
01.06.2017 // show complete article