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GoSee loves ...Achim Lippoth 'Geschichten über das Kindsein / Storytelling' - Kinderfotografie fernab aller Klischess zwischen Melancholie und ungeheurer Energie. Ausstellung & Monographie

Achim Lippoth porträtiert Kinder für Werbung, Commercials und meist sehr artifiziell für Editorials. Er inszeniert verschiedene Facetten der Kindheit, von Spontaneität bis hin zu Nachdenklichkeit – mit einem Niedlichkeitsfaktor der gegen Null geht, vielmehr zeigt er Kinder in ihrer eigenen Welt. Hatje Cantz veröffentlicht nun seine Monografie ‚Geschichten über das Kindsein / Storytelling‘, die wir Euch gerne auf GoSee vorstellen.

Achim Lippoth (*1968 in Ilshofen) fand sein Sujet während des Kunststudiums: die Kindheit. Behutsam machen seine Aufnahmen die Welt der Kinder begreiflich, die in ihrer Natürlichkeit zugleich berühren und den Betrachter in seine eigene Kindheit zurückversetzen. Mit großem Respekt vor ihren Emotionen, ihrem Ernst und ihren Träumen rückt Lippoth seine jungen Protagonisten in den Mittelpunkt; Erwachsene nehmen hier höchsten Statistenrollen ein. Fernab von Rollenklischees und Verniedlichung, mit sorgfältiger Lichtführung und bestechend naher Perspektive erzählen seine Fotografien Geschichten von Unbeschwertheit, Familie und Zusammengehörigkeit.

In seiner Serie »Rage Attack« schneidet ein wütendes Mädchen die Haare seiner Puppe ab und ein Junge zerschlägt mit seinem Roboter einen Fernseher. Während Lippoth in dieser Serie einen exakt durchkomponierten Bildausschnitt gewählt hat, ließ er beim Shooting zu »Wölflinge« die Kinder in zerissenen Kleidern durch nächtliche Industrielandschaften streifen. »Es geht stets um unbeschwerte Kindheit, um Familie und Zusammengehörigkeit, etwas Zeitloses,« so Achim. Um diesen überzeitlichen Aspekt zu unterstreichen, hat Achim Lippoth, der sonst in Farbe fotografiert, seine neue Serie »Camargue« in Schwarzweiß veröffentlicht.

Lippoth gründete 1995 das Kultmagazin KID'S WEAR und ist ein gefragter Fashion- und Werbefotograf. Zu seinen Kunden zählen nationale sowie internationale Agenturen und Unternehmen. Seine Fotostrecken wurden in »The New York Times Magazine«, »Stern«, »Zeit Magazin« und »Wallpaper Magazine« publiziert. Für seine Arbeit hat der Wahlkölner zahlreiche Auszeichnungen erhalten. So wurde er zuletzt mit dem Silbernen Löwen in Cannes und dem Epica Award ausgezeichnet.

Parallel zum Verkaufsstart der Hardcover Monographie von Hatje Cantz läuft die gleichnamige Ausstellung, die noch bis 11. Juni 2017 im Bayer Erholungshaus, Leverkusen zu sehen ist. Alle Fotos von Achim Lippoth auf GoSee findet Ihr hier und News direkt via GoSee.de/lippoth.
15.03.2017 // show complete article

GoSee loves ... Attila Szücs 'Specters and Experiments' - surrealistische Szenerien und melancholische Traumsequenzen in Öl

Hatje Cantz präsentiert mit Attila Szücs 'Specters and Experiments' das umfangreiche Œuvre des ungarischen Meisters des Unheimlichen (*1967 in Miskolc). Szűcs, der zu den wichtigsten zeitgenössischen ungarischen Malern gehört, verarbeitet alte Zeitungsausschnitte, Postkarten, Fotos und Filmstills und belegt diese in seinen Werken mit neuer Bedeutung.

Neben Fragen von Erinnerungskultur und Gedächtnisforschung haben sowohl die ost- und mitteleuropäische Malerei als auch die frühe Erfahrung totalitärer Herrschaft sein Schaffen beeinflusst. In den großformatigen Ölgemälden manifestiert sich der Einbruch des Unheimlichen ins Vertraute: Geisterhafte, abwesende Protagonisten, sonderbare Möbel und Alltagsgegenstände stehen isoliert in verlassenen Räumen, melancholisch in ihrer Beziehungslosigkeit. Der meisterhafte Einsatz von Licht und Schatten in Kombination mit unerwartet grellen Farben verstärkt den surrealistischen Eindruck dieser Szenerien. Traum und Erinnerung verlaufen ineinander und erzeugen in Szűcs' Bildwelten einen faszinierenden Schwebezustand.

Ausstellung: Ludwig Museum Budapest, Dezember 2016

Attila Szücs - Specters and Experiments

Hrsg. Sándor Hornyik, Text(e) von Jane Neal, Sándor Hornyik, Gestaltung von Anna Lorincz, 24,20 x 26,70 cm, 978-3-7757-4219-1, € 40,00, Englisch, 2016. 176 Seiten, 132 Abb.

18.01.2017 // show complete article

FRED HERZOG ‚REALITY IN COLOR‘ – der Pionier der Farbfotografie erzählt in modernen Farben Geschichten der Strasse von den 50ern bis in die 80er. Bildband mit unveröffentlichtem Fotomaterial bei Hatje Cantz

Hatje Cantz präsentiert eine neue FRED HERZOG Monographie mit mehr als 230 Aufnahmen, von denen ein Großteil nie zuvor reproduziert wurde, die bislang umfassendste Publikation zum Werk dieses bedeutenden Fotografen, der von Deutschland nach Kanada emigrierte.

Fred Herzog (*1930) wurde durch seinen ungewöhnlichen Einsatz von Farbe in den 1950er- und 1960er-Jahren bekannt, einer Zeit, in der Kunstfotografie fast ausschließlich mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen in Verbindung gebracht wurde. Mehr als 50 Jahre lang arbeitete der Fotograf nahezu ausschließlich mit Kodachrome-Diafilmen, und erst im vergangenen Jahrzehnt ermöglichte es ihm der technologische Fortschritt, archivalische Pigmentdrucke herzustellen, die den außergewöhnlichen Farben und der Intensität der Kodachrome-Dias entsprechen. In dieser Hinsicht können seine Fotografien als Prototyp für die New-Color-Fotografen der 1970er-Jahre gelten.

“I imagined how I might have to show people fifty or a hundred years later what the city used to look like,” so der Fotograf.

FRED HERZOG - MODERN COLOR
Texts by David Campany, Hans-Michael Koetzle,  Jeff Wall
2016. ca. 320 pp., ca. 230 ills. , 27.00 x 27.30 cm
ISBN 978-3-7757-4181-1 , 35,00 EUR

11.01.2017 // show complete article