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09.11.2011

 

Cut! Cut! Cut! by Cosima von Bonin - endlich wieder zuhause. Die vierte Station im Museum Ludwig in Köln

Das Museum Ludwig widmet der Künstlerin Cosima von Bonin (*1962) eine Ausstellung, die sich wie ein Work in Progress über vier europäische Städte entwickelt. Die Ausstellung begann in Rotterdam, wandelte sich in Bristol und morphte weiter nach Genf. Für jede Station erarbeitete Cosima zusammen mit der jeweiligen Institution eine ganz eigene Ausstellungssituattion. In der Heimatstadt Cosimas findet die Schau nun ihren Höhepunkt und dynamisch-dramatischen Abschluss. Köln.

Köln bildet damit die letzte „Schlaufe" dieses kreisenden Ausstellungsprinzips, das sich bereits im Titel andeutet: Lazy Susan bezeichnet im Englischen einen rotierenden Tischaufsatz, der drehend Speisen anbietet. Nicht zufällig trägt dieses Haushaltsgerät einen weiblichen Namen und ebenso wenig zufällig spiegelt sich im Begriff der Laziness (=Faulheit) ein wesentliches Motiv der Werke Cosima von Bonins.

Die zentrale neue Arbeit der vier Loops der Lazy Susan Series, Amateur Dramatics (2010) wurde von den beteiligten Institutionen koproduziert und nimmt eben jene Form der Lazy Susan auf: eine große kreisende Scheibe, die wie eine Mischung aus Karussell und Präsentationsplattform anmutet.

Für den großen Oberlichtsaal des Museum Ludwig, den Ausgangspunkt der Ausstellung, hat Cosima eine Arbeit geschaffen, die Kunstwerk und Ausstellungsarchitektur gleichermaßen ist. Sechs überdimensionierte Tische mit Höhen von 2,70 Meter bis 5,40 Meter füllen den Raum.

Über fünf Räume und verschiedene mediale Orte hinweg entwickelt sich die Ausstellung bis in den Außenraum hinein, wo mit der Arbeit Tagedieb (2010) ein langnasiger - und somit offensichtlich lügender - Pinocchio auf einem Schiedsrichterstuhl in luftiger Höhe sitzt. Rund 50 Arbeiten, darunter zahlreiche Neuproduktionen und einige bisher selten gezeigte Werke, sind in der Kölner Schau zu sehen.

Cosima vermeidet es, sich auf ein Medium oder einen Stil festzulegen, typisch für sie sind weiche und textile Materialien, die nicht nur Assoziationen zu stereotyp weiblichen Tätigkeiten und Befindlichkeiten nahelegen, sondern auch die scheinbare Trägheit ihrer figürlichen Arbeiten unterstützen.

Die Einbindung von Künstlerkollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen ist ein weiteres zentrales Moment für ihre Arbeitsweise. Zu den Eingeladenen zählen Moritz von Oswald, Andreas Dorau, Frances Scholz, Jacques Tati, George Romero, Friedrich Wolfram Heubach, Dirk von Lowtzow, René Pollesch und Mark von Schlegell.

Der Katalog zur Ausstellung stellt in dieser Hinsicht eine zusätzliche Erweiterung der Ausstellung in den publizistischen und damit öffentlichen Raum dar: Er enthält neben den kuratorischen Essays die sich von Ausstellung zu Ausstellung episodisch weiterentwickelnde Erzählung Starlite von Mark von Schlegell, einen Beitrag Friedrich Wolfram Heubachs sowie ein .

Zur Ausstellung erscheint im DuMont Verlag ein umfangreicher Katalog samt mehrteiligem Interview zwischen Duffy Duck und Cosima von Bonin von Dirk von Lowtzow sowie einer CD mit der Musik von Moritz von Oswald.

Anlässlich des Erscheinungstermins am 25. November 2011, wird Andreas Dorau ein Konzert in der Ausstellung geben.


Cosima von Bonin - Cut! Cut! Cut!
For Museum Ludwig's Sloth Section
Loop # 04 of the Lazy Susan Series
A Rotating Exhibition 2010 - 2012
One, Two, Three, Four