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20.08.2009

 

Georgischer Frühling : 10 Magnum Fotografen bereisten Georgien - Reisetagebuch im Kehrer Verlag und Ausstellung in Berlin

Auf Einladung des Georgischen Kulturministeriums sind zehn Magnum-Fotografen - Jonas Bendiksen, Antoine D’Agata, Thomas Dworzak, Martine Franck, Alex Majoli, Martin Parr, Paolo Pellegrin, Gueorgui Pinkhassov, MarkPower und Alec Soth aufgebrochen, um das Land zu beschreiben. Jeder der Fotografen ging seinem eigenen Thema nach und brachte ein Tagebuch in Worten und Bildern von seiner Reise mit, dem jeweils 20 Seiten im Buch gewidmet sind.

20 Jahre nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion und nach einer von Krieg und gescheiterter Souveränität bestimmten Dekade startet Georgien ein lebhaftes Comeback. Zwischen der Türkei und Russland am östlichen Rand von Europa gelegen und als eine Hochkultur, die sich bis zu ihrer Besiedlung durch die alten Griechen zurückdatieren lässt, wurde Georgien 1922 der Sowjetunion einverleibt.

Im Jahr 1991 wurde die Unabhängigkeit des Landes wiedererlangt, es folgten jedoch Bürgerkrieg und wirtschaftlicher Zusammenbruch.Trotz anhaltender Spannungen mit Russland hat Georgien im 21. Jahrhundert einen mutigen Neuanfang gewagt und wandelt sich in beachtlichem Tempo zu einem modernen europäischen Staat.

Pinkhassov bereiste die georgische Schwarzmeerküste – einst das Mekka für erholungssuchende Sowjetkader – für seine einzigartigen Aufnahmen von Licht und Texturen und Paolo Pellegrin suchte nach Georgiens Spiritualität.

Mark Power reiste mit seiner 5 x 4 Großformatkamera durch Georgien, fasziniert von den Reibungspunkten zwischen Altem und Neuem. Bendiksen verbrachte die überwiegende Zeit seiner Reise in der Hauptstadt Georgiens: “Ich wollte der neuen Generation von jungen Georgiern begegnen: Diejenigen, die keine Erinnerung an das Leben unter dem sowjetischen System haben, die völlig in der neuen Ära aufgewachsen sind. In Tbilisi sind sie überall zu sehen – man kann sie kaum von ihresgleichen in London, Oslo oder Berlin unterscheiden.“

Thomas Dworzak portraitierte Micheil Saakaschwili, den jüngsten Präsidenten der Welt, der sich gegen Rußland auflehnte und sich dem Westen aufgeschlossen zeigte  Martin Parr begegnet auf seiner Georgien-Reise seinen Lieblingsthemen Freizeit und Konsum, fotografiert quietschbunte Spielautomaten am Rande der Stadt. Und natürlich kommt der Fotobuchliebhaber nicht an den Antiquariaten vonTbilisis vorbei, in denen ihm vor allem die Propaganda-Bücher antun.

Den Tagebüchern vorangestellt sind ein Vorwort von Thomas Dworzak, ein Abriss der Geschichte Georgiens und ein Essay von Wendell Steavenson. Ein Kapitel mit den besten Georgien-Fotos aus dem Magnum-Archiv erinnert auch an die Gründungsjahre der Fotoagentur – unter anderem mit Robert Capas Fotoessay von 1947, das entstand, als er mit John Steinbeckdie Sowjetunion besuchte. Das Buch beginnt und endet mit einer Serie von Originalpostkarten mit Hauptsehenswürdigkeiten Georgiens.

Georgischer Frühling – Ein Magnum Tagebuch
Autoren: Wendell Steavenson
Kehrer Verlag
ca. 25 x 29 cm, 256 Seiten
ca. 240 Farbabb., ca. 36 Euro
ISBN 978-3-86828-086-9


Ausstellung "Georgischer Frühling"
5. – 13. September 2009

Uferhallen, Berlin
Uferstrasse 8-11, 13357 Berlin
Öffnungszeiten: 11.00 bis 19.00
www.uferhallen.de

Magnum Photos online hat eine Online-Dokumentation produziert, die ab September 2009 zu sehen ist unter www.georgianspring.com.


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