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09.06.2010

 

Jugendkultur und Tristesse : Tobias Zielonys "Story / No Story" zeigt die Wirklichkeit urbaner Randgebiete - Ausstellung in Hamburg.

„Feine Beobachtungen einer Jugend, die zwischen Ausschluss und Zusammenhalt, Resignation und Aufbegehren steht“, sagt das Art Magazin über seine Arbeit. Und tatsächlich drücken Tobias Zielonys Bilder das aus, wie die Jugendkultur in den Randgebieten ihren Alltag verlebt. Dabei dokumentiert er weniger, sondern gibt den Jugendlichen Raum zur Selbstinszenierung.

Der Fotograf, 1973 in Wuppertal geboren und in Berlin lebend, begleitet sie bei ihren Treffen in Parkhäusern, Tankstellen oder Hauseingängen, wenn sie sich ihre eigenen sozialen Orte schaffen und zwischen urbaner Tristesse ihre Identität entwickeln.

Die Bilder leben von den Charakteren, die fast beiläufig eingefangen zu sein scheinen, die sich selbstsicher in ihr richtiges Licht rücken und auf eine Zukunft schauen, die mehr bringen soll als das langweilige Jetzt.

Tobias Zielony fotografiert ohne Blitz- oder künstliches Licht. Um nicht von der Wirklichkeit wegzurücken, nutzt er das Licht parkender Autos, das von Straßenlaternen oder der Strandbeleuchtung. Seine Motive findet er in den Banlieues französischer Metropolen, der Wüstenstadt Trona außerhalb von Los Angeles oder Plattenbausiedlungen in Halle-Neustadt. Das Lebensgefühl, das die Jugendlichen auf den Bildern ausstrahlen, verbindet alle Orte zu einer gemeinsamen Randzone.

Der Kunstverein Hamburg stellt eine Sammlung seiner Werke noch bis zum 4. Juli 2010 aus. Im Hatje Cantz Verlag erscheint zur Ausstellung „Story / No Story“ ein umfangreicher Bildband mit einem Gespräch zwischen dem Künstler und Christian Petzold.

Tobias Zielony – Story / No Story

Ausstellung
Der Kunstverein
Klosterwall 23
20095 Hamburg

Bis 4. Juli 2010
Di – So, 12 – 18 Uhr

Publikation
Text von Florian Ebner, Maik Schlüter
Hatje Cantz Verlag
216 Seiten, ISBN 978-3-7757-2284-1