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22.12.2009

 

Oliver Fluck, Künstler des Monats bei seen.by Fotokunst & Fotodruck

Den Kölner Dom kennt jeder. Aber im Abendlicht? Die graue Fassade romantisch beleuchtet? Da thront er am Ende der Hohenzollernbrücke und zeigt sich in aller Schönheit. „Nachts sieht alles viel spannender aus“, sagt Oliver Fluck, der Fotograf, der uns in seinem seen-by Portfolio auf nächtliche Weltreise lockt. Von Frankfurt über Chicago nach San Francisco. Nicht zu vergessen: New York, wo Schachspieler im Village eine späte Partie spielen. Oder Princeton, wo einzig zwei Schaufensterpuppen die einsame Straße beleben. Sorgfältig komponiert verraten seine Bilder den genauen Blick des Künstlers und verleihen den nächtlichen Stadtbildern eine geheimnisvolle, fast magische Atmosphäre.

Noch viel genauere Bilder baut Fluck wenn er nicht fotografiert, sondern als Wissenschaftler arbeitet. Denn tagsüber schreibt der 33jährige Informatiker an seiner Doktorarbeit. Dafür arbeitet er an Methoden, um Beobachtungen in zweidimensionalen Bildern in dreidimensionale Ansichten umzurechnen. Die sollen in der Strahlentherapie helfen, einen Tumor so genau zu lokalisieren, dass der Arzt während der Behandlung krankes von gesundem Gewebe unterscheiden kann.

Seit sechs Jahren lebt Oliver Fluck, der in Limburg an der Lahn geboren wurde, in Princeton, eine Stunde von New York entfernt. „Manchmal gucke ich in den Himmel und wenn das Wetter und das Licht richtig sind, fahre ich los.“ Ein Traum vieler Fotografen: so nahe an der faszinierenden Metropole zu leben. Nach Motiven muss man hier nicht lange suchen, doch die Bedingungen müssen stimmen. „Ich bin experimentierfreudig - und geduldig“, sagt der Fotograf über sich. „Ich kann durchaus zwei oder drei Mal an denselben Ort fahren, um das richtige Licht abzuwarten.“

Damals, als er in die USA kam, half ihm die Kamera, seine neue Heimat zu erkunden. Stundenlang lief er durch die Stadt und kassierte nebenbei sogar den einen oder anderen Auftrag. Denn in New York sucht jeder einen Fotografen. Ob angehende Schauspieler, Models oder Make-up-Artists: alle brauchen Fotos, um sich in Szene zu setzen. So kam es auch, dass Oliver Fluck sich morgens um sieben mit Unterwäsche-Models auf der Brooklyn Bridge traf. Die Designerin hatte ihn gebeten, Fashion-Fotos für einen Katalog zu produzieren.

Auch auf seinen künstlerischen Fotos sollen in Zukunft mehr Menschen zu sehen sein. Weitwinkel und vorsichtig angewandte HDR-Technik bleiben erhalten, doch dazu steht eine Krankenschwester am Fenster (Night Nurse) oder es ziehen Schlittschuhläufer ihre Kreise über das Eis vom Central Park (Round and Round). Besonders in seinen Schwarzweiss-Bildern versucht Fluck Momente des Alltagslebens einzufangen ( bei seen.by zu sehen unter oliverf-bw). Auf diesem Gebiet gefallen ihm vor allem die Arbeiten der Streetfotografen Dave Beckerman und Markus Hartel, die er über das Internet kennt. Ein paar ganz neue Motive dürfen wir in Zukunft erwarten, denn Oliver Fluck zieht an die Westküste. Ob San Diego bei Nacht genauso spannend aussehen kann wie New York? Eine echte Herausforderung!