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13.08.2010

 

Zurückgelassen - Fotografien von Friederike Brandenburg bis Ende September im Berliner Postfuhramt

Ein hellblaues Autodach, verborgen zwischen wild wachsendem Farn und saftig-grünen, schützenden Bäumen. Ein heruntergekommenes Holzhaus in einer verschneiten Landschaft, die ehemals kräftige Farbe der Hauswand stumpf und abgeblättert.

Zwei rostige Güterwagengestelle, die sich harmonisch in ihre Umgebung fügen. Einsam und verwaist, nutzlos und ausrangiert stehen diese urbanen Findlinge in weiter, menschenleerer Landschaft – an Orten, wo sie nicht hingehören.

Die Fotografin Friederike Brandenburg geht den vereinzelten Spuren der Zivilisation in einer vermeintlich unberührten Natur nach. Abseits der befahrenen Wege, in schattigen Waldlichtungen oder auf weitläufigen, offenen Flächen findet sie menschliche Hinterlassenschaften in einer einzigartigen Ästhetik und Absurdität. Ihre Fotografien visualisieren die sonderbare und berührende Beziehung von Schönheit und Verfall jenseits von Botox.

Zwanzig junge Fotografen hat Felix Hoffmann, der Kurator von C/O Berlin, schon aufgespürt und bietet ihnen mit dem Berliner Postfuhramt ein Sprungbrett ihre Arbeit vorzustellen.
 
„Talents“ heißt die Reihe und präsentiert die Positionen von Kunstfotografinnen, Fotojournalisten und Dokumentarfotografen. Das Besondere des Konzepts ist aber nicht die Möglichkeit zur Ausstellung der eigenen Arbeiten, sondern die Idee, die Fotografien direkt zur Diskussion zu stellen.

Friederike Brandenburg zeigt zum 20. Jubiläum nun ihre Serie „Zurückgelassen“. Ihre in Norwegen entstandenen Bilder richten den Blick nicht nur auf Gletscher, Fjorde und Wälder, sondern auf die Hinterlassenschaften der Menschen. Die Kunstvermittlerin Sophia Greiff fühlt ihr auf den konzeptuellen Zahn.

Zu jeder monografischen Ausstellung produziert C/O Berlin eine Publikation, in der ein Nachwuchskritiker, Kunstvermittler oder eine Bildwissenschaftlerin - hier Sophia - sich eingehend mit Kunst und Werk auseinandersetzt und sie mit den Mitteln der Kunstgeschichte aufarbeitet.

Seit 2006 präsentiert die selbsterklärte Non-Profit-Institution künstlerische Positionen. Aktuell ist es ein Spiel auf Zeit - der neue israelische Besitzer Elad Sharon Tshuva des Postfuhramtes hat C/O als Hauptmieter zum 31. März 2011 gekündigt.
 
Zwar bot Elad eine Verlängerung des Pachtvertrages bis 31.12. 2011 an, doch zu den Konditionen sei das keine realistische Option, heißt es bei C/O. Das Angebot sah einen Umzug innerhalb des Gebäudes bei gleichzeitiger Verkleinerung der Ausstellungsflächen vor. Betroffen von der Kündigung ist auch der Rodeo Club mit seinem Restaurant. Er nutzt den Kuppelsaal des Gebäudes.


Zurückgelassen - Friederike Brandenburg
C/o Berlin : Talents 20 .
bis 27.09.2010

FREDERIKE BRANDENBURG

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