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16.01.2013

 

GoSee ganz un-orthodox : Jerusalem in der Spar-Version samt Klagemauer Stipp-Visite und Ausrutscher nach Mea Shearim

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GOSEE FILM : Klagemauer

Jerusalem wird von Christen, Juden und Muslimen als Heilige Stadt angesehen. Entsprechend hoch ist der Anteil an Tinnef, Nippes und Touristen-Krimskram - ebenso wie an ultraorthodoxen nicht-zionistischen Juden und orthodoxen zionistischen Juden. Heisst soviel wie : es geht zu wie auf einem Jahrmarkt, allerdings ohne den Spass-Faktor.

Die aktuelle Version des real gewordenen globalisierten Kommerzes genannt Jerusalem geht auf das Jahr 1535 zurück. Der Osmane Sultan Süleyman I. (1496–1566) errichtete die Befestigungen der Stadt und gab der Altstadt mit ihren überdimensionierten Mauern ihre heutige Struktur. Pilgergewerbe war auch damals schon für verarmte Christen und Juden überlebenswichtig, die Heiligtümer - nur wegen der entsprechenden Almosen versteht sich - bares Geld wert.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, also vor den vom Zionismus geprägten Alijas (Einwanderungswellen) ab 1882, kamen immer mehr Juden in die gevierteilte Stadt (Viertel: Armenier, Christen, Juden und Muslime), und es wurden erste Wohngebiete außerhalb der Stadtmauern gegründet. Sehenswert - Achtung, nie am Sabbat ! - ist ganz sicher das unheimlich-ultra-orthodoxe Viertel Mea Shearim.

Der kurze GoSee-Spot zeigt deutlich wie runtergekommen es dort aussieht. Kein Wunder, Männer widmen sich ausschliesslich dem Studium der Thora, arbeiten wird den Frauen überlassen. Verhütung ist verboten und Freitag wird Gottes-gesetzlich beigeschlafen. Orthodoxe Juden machen heutzutage ca. ca. 10 Prozent der israelischen Bevölkerung aus - und bekommen im Schnitt geschätzte 8-12 Kinder. Die Radikalisierung des heute so aufgeklärten Israels ist folglich nur eine Frage der Zeit, Tel Aviv eine Insel der Glückseligen.

Zurück zu unserer Zeitreise : Am 9. Dezember 1917 übergab der osmanische Gouverneur der Stadt auf Befehl der Führung der osmanischen Streitkräfte Jerusalem kampflos an die Briten unter General Edmund Allenby, da man Kämpfe in und um der Stadt verhindern wollte, um die historischen Stätten nicht zu beschädigen.

1948 erklärt der Stadt Israel seine Unabhängigkeit. Am Folgetag griffen die arabischen Staaten Israel an. Im "Israelischen Unabhängigkeitskrieg" eroberten die Israelis grosse Gebiete des Landes, verloren jedoch das jüdische Viertel der Altstadt Jerusalems und den Osten der Stadt an die Arabische Legion Jordaniens.

Jerusalem blieb deshalb bis 1967 in das israelische Westjerusalem und das jordanische Ostjerusalem geteilt. Dessen jüdische Bevölkerung wurde vertrieben, das jüdische Viertel in der Altstadt vollständig zerstört (sprich: was man heute besichtigt ist alles eine Rekonstruktion), und der Zugang zur Klagemauer, dem heiligsten Ort des Judentums, blieb Juden fortan versperrt. Premierminister David Ben Gurion erklärte als Reaktion in 1949 vor der Knesset Jerusalem zum untrennbaren Teil Israels und seiner ewigen Hauptstadt.

Im Sechstagekrieg 1967 eroberte Israel einen Grossteil seiner heiligen Stätten zurück - so auch Jerusalem. Anders als die arabische Seite 1949 verweigerte Israel den Muslimen nicht den Zugang zu ihren heiligen Stätten, sondern unterstellte den Tempelberg einer autonomen muslimischen Verwaltung (Waqf).

Die Altstadt von Jerusalem mit ihrer Klagemauer, Grabeskirche, den ganzen Toren inklusive dem Goldenen Tor wo wir jeden Augenblick den auferstandenen Jesus erwarten (wird der sich wundern - es wurde von den Türken kurzerhand zugemauert und ein muslimischer Friedhof als Hindernis angelegt)  wurde 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. In Jerusalem befindet sich auch die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem.

Die circa 400 Meter lange, von den Juden „Westliche Mauer“ genannte Klagemauer (bester Tag : Freitag zum Schabbes, grosses und sehr toleranates Kino, siehe Fotos und Film) ist ein Teil der Stützmauer des Plateaus, auf dem der große Tempel Herodes des Großen stand. Wichtige muslimische Bauwerke auf dem Tempelberg sind heute der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee. Weitere bedeutende Bauwerke in der Altstadt oder ihrer unmittelbaren Umgebung sind der Cardo (Säulengang), die Dormitio-Kirche, die Erlöserkirche, die vier sephardischen Synagogen und die Zitadelle. Puhhh, steingewordene Geschichte im heiligen Niemandsland.

Die zentrale Straßenverbindung Jerusalems ist die Autobahn, auf der man in rund einer Stunde in das gelobte Tel Aviv gelangt. In alle andere Richtungen bestehen Landstraßen. Besonders bemerkenswert ist die Straße zum Toten Meer, die auf ihrem Weg durch das Westjordanland 1200 Höhenmeter abfällt, siehe unser kurzer GoSee Spot im Toten Meer-Artikel.

GOSEE : Jerusalem

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