05.09.2013  •  Fashion NEWS

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QUEST : NICK STASCH / JB&S •  GoSee QUEST : Nick Stasch, CEO Janvier, Burger & Stasch und SCREENings Juror 2013 über kreative Entfaltung, Fotografen Research und Kampagnen Entwicklung

Ob Kampagnen, Lookbooks oder Image Videos für Kunden wie u.a. AIGNER, COMMA, HALLHUBER, CAMPUS, CODELLO oder SPORTALM, die Agentur Janvier Burger & Stasch steht für Kompetenz in Sachen Mode und Lifestyle. In diesem Jahr begrüßen wir Nick Stasch, Partner & Geschäftsführer der Agentur, in der SCREENings Jury sowie auf der UPDATE 13 am 25. Oktober im Ritz Carlton Berlin. Obwohl JB&S bereits seit vielen Jahren GoSee Mitglied ist, nehmen wir dies sehr gerne zum Anlass für ein Interview mit dem Modefachmann.

Du bist von Marc O’Polo zu Janvier Burger & Stasch gewechselt. Wie kamst Du zur Mode ? Und was gefällt Dir an ihr ?
Nach meinem Studium habe ich zuerst acht Jahre bei der Kreativagentur .start in München Etats wie bspw. Burger King, Yahoo, Germanwings, Mini Cabrio oder E.ON betreut. Die Begeisterung für Mode und Lifestyle war immer da, aber erst bei Marc O'Polo habe ich gelernt, wie spannend diese Branche ist und auch welche ganz besonderen Eigenarten sie hat.

Als Marketing Direktor bei Marc O'Polo hatte ich die Chance mit tollen Kreativen und Stylisten (intern und extern), Fotografen die zur Weltspitze zählen (u.a. David Sims, Indlekofer & Knoepfel, Mikael Jansson) und wundervollen Models (u.a. Malgosia Bela, Anna Jagozinska, Anja Rubik, Natasha Poly) zu arbeiten. Einen besseren Einstieg in die Modewelt hätte man sich nicht wünschen können.

Mit meinen beiden Partnern Alexandre Janvier und Oliver Burger hatte ich bereits als Agentur zusammen gearbeitet, da war relativ schnell klar, dass wir zusammen die Agentur weiterentwickeln wollen. Hierzu bin ich als gleichberechtigter Partner mit eingestiegen und wir haben uns zusammen noch stärker auf die Bereich Mode & Lifestyle konzentriert. In den letzten zweieinhalb Jahren haben wir dann gemeinsam unsere Mitarbeiter verdreifacht und den Umsatz mehr als verdoppelt.

Mir gefällt die scheinbar unerschöpfliche kreative Kraft, mit der sich die Branche jede Saison verändert, immer wieder neu erfindet und neue Trends setzt - und das weit über die Bekleidung hinaus. Keine andere Branche hat soviel Einfluss auf so unterschiedliche Bereiche und keine andere Branche hat so schnelle Produktlebenszyklen. Hier ballt sich auf allen Ebene kreative Entfaltung - angefangen bei den Designern, über die Stylisten, die Haare & Make-up Spezialisten, die Fotografen bis hin zu den Kampagnen für die Modemarken.

Ihr betreut spannende Kunden im High Fashion Bereich. Wie sieht die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Brands, deren Marketingbetreuern und Stylisten aus ?
Bei all unseren Kunden ist der Prozess der Kampagnenentwicklung sehr persönlich. Basis jeder Kampagne ist zunächst einmal die Marke, der wir immer gerecht werden wollen und müssen. Wenn die Kampagne schön ist aber nicht zur Marke passt oder diese nicht weiter entwickelt, dann nützt das keinem.

Desweiteren erhalten wir aus dem Design ein Haupt-Thema der jeweiligen Kollektion - oft schon in der Phase der Entstehung. Wir entwickeln dann die Idee für die kommunikative Umsetzung mit entsprechenden Vorschlägen für die kreative Gestaltung sowie für Fotografen, Models und dem ganzen Rest. Bei dem Thema Styling gibt es Kunden, die bereits in der Kollektionsentwicklung sehr genau wissen, welche Looks sie als "die Saisonlooks für die Marke" definieren. Andere Kunden lassen sich hierbei unterstützen und ziehen entsprechende Stylisten hinzu, die in der Vorbereitung und während des Shootings die besten Outfits entwickeln.

Nach welchen Kriterien suchst Du die Fotografen für die jeweilige Kampagne, das Lookbook und Kampagnenvideo aus ?

Die Auswahl der Fotografen durch die Teams hängt immer von der Idee für die Umsetzung ab. Der Fotograf sollte in seinem/ihrem Stil zu der Aufgabe passen. So nutzt man die Stärken voll aus. Aktuell haben wir z.B. ein sehr hochwertiges Still Shooting mit Magnus Rossander aus Schweden für die neue Premium Abteilung von HIRMER umgesetzt. Er war in Zusammenarbeit mit dem Stylisten Richard Andersson einfach das perfekt Team für die Umsetzung unseres Ansatzes des "neuen Stils" für das HIRMER STUDIO Journal.

Natürlich arbeiten wir bei dem einen oder anderen Kunden auch bereits seit längerem mit einem Fotografen (z.B. Markus Jans für AIGNER oder Annemarieke van Drimmelen für HALLHUBER). Das hat den Vorteil, dass man für die Marke eine feste Bildwelt etabliert und jede Saison immer wieder neu aber im Look bekannt auflädt."

Welche Designer und welche Brands findest Du im Augenblick spannend ?
Zum einen finde ich natürlich unsere Kunden sehr spannend, da wir hier ein breites Feld der Mode- und Lifestylewelt abdecken. Egal ob Luxus wie AIGNER, eine Premiummarke wie COMMA, eine vertikale sehr modische Wachstumsmarke wie HALLHUBER oder ein Tuchspezialist wie CODELLO. Nicht zu vergessen die Bereiche Retail mit den Häusern OBEPOLLINGER, HIRMER, FÖGER oder auch die VALUE RETAIL GROUP, die wir zusammen mit häberlein&maurer betreuen.

Der Markt der Mode hat so viele unterschiedliche Fassetten und Marken. Ich bin immer neugierig und schaue mir auf den vielen Reisen und Messen innovative und etablierte Konzepte und Marken an und immer entdecke ich wieder sehr viel Neues - denn davon lebt die Mode. Generell finde ich Marken besonders spannend, die eine klare Linie verfolgen dabei aber nie vergessen, sich zu verändern und für den Verbraucher spannend zu bleiben.

Gibt es Brands für die ihr gerne arbeiten würdet und wie sieht die Zukunft von JB&S aus ?
Es gibt noch viele Brands, für die wir gerne arbeiten würden. Zur Zeit betreuen wir mit über 20 festen und einem Netz an freien Mitarbeitern Kunden aus dem Segment Mode und Modehandel. Wir konnten im letzten Jahr auch ein paar Kunden aus angrenzenden Segmenten wie Parfum (Designer Parfums), Schmuck (SWAROVSKI) und Interior (BETTENRID) dazu gewinnen. Das zeigt uns, dass wir auch über den Bereich Mode hinaus noch sehr viel Potential haben, insbesondere in den Branchen, die der Mode sehr nah stehen und als klassische Lizenzbereiche bei vielen Modemarken ganz selbstverständlich in die Marken integriert sind.

Ihr produziert sehr viel in New York, liegt es an den Modellen die vor Ort sind oder an den Produktionsbedingungen ?
Auch wenn NY eine toll Stadt für Produktionen ist, hält es sich die Waage mit vielen anderen Städten oder Orten an denen wir produzieren. Wir sind da nicht so festgelegt – auch hier gilt : Was ist das Konzept und wo lässt es sich am besten umsetzen. Ganz egal ob es eine Villa in Süd-Spanien, ein Schloss in England, ein Hotel in Palm Springs, ein Club in Berlin oder eine Dachterrasse in New York ist. Bei Studio-Produktionen macht es zudem Sinn zu schauen, woher das Team, die Models etc. kommen, um die Kosten auf einem nachvollziehbaren Niveau zu halten. Wir gehen hier sehr kostensensibel an die Planung, da wir bei all den schönen Möglichkeiten auch nie vergessen, dass es ein Budget gibt und wir entsprechend verantwortlich mit dem Geld unserer Kunden umgehen.

Und wäre ein Office in New York interessant für Euch ? Oder gibt es Alternativen ?
Wir können momentan jede Produktion auch von hier aus planen und umsetzen, egal wo auf der Welt sie stattfindet. Wie gesagt sind wir nicht so fixiert auf NY. Auch unser Kunde NOVOMANIA in Shanghai ("die" Fashionmesse für Denim, Sport- & Streetwear und Contemporary Fashion in Asien) betreuen wir komplett von München aus. Wenn, dann denken wir eher an ein zusätzliches Büro in der Schweiz oder in Berlin. Ganz aktuell suchen wir allerdings eine größere Fläche in München, auf der wir uns weiter entfalten können.

Arbeitest Du nur mit Big Names oder haben auch bspw. unsere SCREENINGS-Fotografen, wo Du ja bekanntlich in der Jury in 2013 bist, eine Chance bei Dir ?
Wir sind da sehr offen. Unser Artbuying macht auch Termine, bei denen sich junge bzw. neue Fotografen mit ihren Arbeiten vorstellen können (einfach unter artbuying@jbs.me anfragen). Ich finde es auch jedes Mal spannend, wenn ich neue Talente auf GoSee entdecke. Unser Artbuying hält uns und die Teams da immer auf dem Laufenden und wir haben zahlreiche Projekte, bei denen wir auch aktiv mit jungen Talenten arbeiten.

Bei SCREENINGS geht es um Inspiration im Sinne von Fotografen deren Bildsprache uns nachhaltig beeindrucken. Wo holst Du dir Deine Inspiration ?
Auf Reisen, in Büchern, bei Ausstellungen, bei Gesprächen, im Internet....eigentlich überall und bei allem was ich tue.

Wir sehen Dich vor Ort auf der UPDATE 13 auf der finalen Jury-Sitzung. Was meinst Du erwartet Dich ?
Tolle Arbeiten von jungen Fotografen, spannende Jury-Kollegen und inspirierende Gespräche.


Acht Ein-Wort-Fragen Stand August 2013 :

Lieblingsstadt - Ich mag viele Städte. Stockholm, New York, Los Angeles, Berlin, Paris, München, Hongkong. Jede Stadt hat ihren ganz besonderen Charakter und ihre spannenden Gegensätze. Ich bin bereits als Kind sehr oft umgezogen, daher bin ich nicht auf einen Ort festgelegt. Ich wohne direkt am Alpenrand - so habe ich beides: die Ruhe der Berge und die Aufregung der Großstadt - das ist die perfekte Kombination für mich.

Lieblingsairline - Lufthansa

Bester Flughafen
- Mein Lieblingsflughafen ist der Flughafen in Innsbruck, da kann man direkt am Gate parken, man hat nie Schlangen und man geht noch zu Fuss zum Flugzeug. Das hat Charme.

Restaurant - Ich hatte das Glück in zwei Restaurants essen zu dürfen, die wohl zu den besten und aussergewöhnlichsten der Welt zählen: Das Tantris in München und das Noma in Kopenhagen. Zwei Restaurants wie sie unterschiedlicher nicht sein können – aber beide vereint eine unglaubliche Passion und die Begeisterung, mit der sie ihre Gäste kulinarisch verwöhnen. Sicher kein alltägliches Vergnügen aber eines, bei dem sich die Investition lohnt.

Urlaubs-Destination - Unsere Berge an meinem Wohnort. Sowohl im Sommer als auch im Winter eine unglaubliche Energiequelle.

Bar - Die Victoria Bar in Berlin und die Goldene Bar in München.

Hotel - THE PULI in Shanghai und HINTERBÄRENBAD im Kaisertal


Wir danken ganz herzlich für das Gespräch und freuen uns schon sehr, Nick persönlich am 25ten Oktober im Ritz in Berlin begrüssen zu dürfen.