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05.10.2011

 

Modefotograf Erwin Blumenfeld und seine Sicht der Welt als Geltungsbedürfnisanstalt - STERN Special ab sofort im Handel

Das neue STERN Special widmet sich dem Modefotografen Erwin Blumenfeld. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft floh dieser aus Berlin nach Paris und wurde in den USA zum angesehenen Modefotografen.

Während seiner Ausbildung am Bekleidungshaus Moses & Schlochauer lernte der 1897 in in Berlin geborene Erwin Blumenfeld expressionistische Künstler und spätere Dadaisten kennen, die seine Arbeit als avantgardistischen Modefotografen sehr stark beeinflussen sollten. 

In dieser Zeit fertigte er Zeichnungen an und kommentierte in scharfen Collagen das politische Zeitgeschehen. Nach seinem unfreiwilligen Einsatz während des Ersten Weltkrieg zog er mit seiner Ehefrau Lena Citroen nach Holland, wo er sich im Kunsthandel ausprobierte und weiterhin in Modegeschäften arbeitete.

Sein Interesse für die Fotografie wuchs und er beschäftigte sich zunehmend mit Portrait- und Aktfotografie. Er zog nach Paris, wo 1937 seine Arbeit "Lisette" entstand, die aussieht, als habe man dem Model sämtliche Gliedmaßen amputiert.

1940 wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nazis interniert. 1941 emigrierte er in die USA, wo er schnell zum bestbezahlten Modefotografen aufstieg. Diese Genre kam ihm entgegen denn es ging ihm nie um naturalistische Fotografie, sondern um Fotokunst.

In den 40er und 50er Jahren war er der bedeutendste Modefotograf seiner Zeit. Erwin Blumenfeld hat früh einen eigenen Stil entwickelt und war oftmals seiner Zeit weit voraus. Das Motiv "Model and mannequin" von 1945 wirkt in all seiner Künstlichkeit, als sei es den schrillen 80er Jahren entsprungen.

Das STERN SPECIAL zeigt bedeutende Arbeiten aus seinem Werk: "Kaleidoscope for Dayton's Oval Room" stammt aus dem Jahr 1964 und nimmt mit dieser Fotografie die Psychedelic-Ära mitsamt ihrer Vorliebe für kaleidoskopartige Bilder vorweg. In "Distorted Nude", entstanden Mitte der 40er Jahre, zeigt sich Blumenfeld dagegen von der kubistischen Malerei beeinflusst

Lisa Fonssagrives war das erste Supermodel, sie stieg in den 30er Jahren zur Ikone auf. Blumenfeld fotografierte sie 1939 hoch über den Dächern von Paris : "Lisa Fonssagrives on the Eiffel Tower".

Doch er war nicht nur Foto- sondern auch Wortkünstler. Mitte der 60er Jahre hatte Blumenfeld das Manuskript seines „Einbildungsroman“ vorliegen, für das sich in Deutschland aber kein Verleger fand, weil es zu respektlos und ironisch war. Er jonglierte mit der Sprache und erschuf entlarvende Schöpfungen wie „die Welt ist eine Geltungsbedürfnisanstalt" oder "Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten".

Wer sich für das Frühwerk Blumenfelds interessiert, die von beißendem Humor geprägten Dada-Montagen wie z.B. Hitlerfresse, die zwischen 1916 und 1933 entstanden sind, dem sei das bei Hatje Cantz erschienene Buch von Helen Adkins, einer ausgewiesenen Kennerin der Berliner Dada-Bewegung, ans Herz gelegt.

Darin widmet sie sich umfassend diesen frühen Papierarbeiten, die der Künstler nicht für die Öffentlichkeit schuf, sondern nur als persönliches Geschenk oder (Liebes-)Briefbeilage an seine Verlobte, an Freunde und Bekannte aus der Hand gab.

Erwin Blumenfeld
"In Wahrheit war ich nur Berliner". Dada-Montagen 1916-1933
Vorwort von Janos Frecot, Text von Helen Adkins
2008. 224 Seiten, 227 Abb., davon 97 farbig
22,00 x 28,70 cm
ISBN 978-3-7757-2126-4

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

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Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

Stern : Erwin Blumenfeld

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Stern : Erwin Blumenfeld

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