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01.02.2012

 

Photonews : Bücher machen um jeden Preis? Markus Hartmann (Hatje Cantz Verlag) über verlegerische Risiko, Produktionskosten, ...

Die neue Ausgabe der Photonews hält wieder vielzählige Ausstellungen und Buchtipps parat. Darunter die Saul Leiter Retrospektive in den Deichtorhallen Hamburg (Haus der Photographie, 03.02. - 22.04.2012) oder "Color Correction" mit Aufnahmen von Ernst Haas in der Züricher Christophe Guye-Galerie.

Das Wirtschaftsmagazin brand eins zeigt und verkauft Reportagefotografie und Fotokunst - ein weiteres Thema von Anna Gripp, Denis Brudna und ihrem Redaktionsteam.

Die Ausstellung „.../Nachbilder/...“ von Reiner Nachtwey ist bis zum 15. April 2012 im Zeitungsmuseum in Aachen zu sehen. Seit über zehn Jahren produziert er Künstlerbücher mit und über fotografische Bilder. Diese basieren auf journalistischen Fotografien aus der Tagespresse, ohne dass dieses Datum eine besondere Bedeutung hat. PHOTONEWS zeigt einen Einblick in sein Künstlerbuch „30.8.2006“.

Besonders fiel uns in dieser Ausgabe die PHOTONEWS Umfrage "Bücher machen um jeden Preis?" auf. Markus Hartmann, Programmleitung Hatje Cantz Verlag, gibt einen sehr ansprechenden Einblick in die Welt der Fotobücher und ihrer Produktion. Einen Einblick geben wir hier bei GoSee. Der PHOTONEWS Blog geht über das Printmagazin weit hinaus und erweitert das spannende Thema um Antworten von Verlegern und Fotografen.

Photonews: Kann ein Fotobuchverlag bei den hohen Produktionskosten für ein Fotobuch heutzutage das verlegerische Risiko eingehen, die Arbeit eines Novizen ohne dessen finanzielle Eigenbeteiligung (oder dessen Akquirierung eines Sponsors) zu publizieren?

Markus Hartmann: Der Verlag kann das verlegerische Risiko eingehen, aber nicht sehr oft oder dauernd. Zum Thema ‘hohe Produktionskos­ten’: Erst einmal ist zu sagen, dass die Kosten (für Repro, Druck, Buchbinder) in den letzten Jahren eher gesunken sind. Bedingt durch die digitale Vorstufe können Fotografen heute viele Prepress-Arbeiten wie Litho und Gestaltung selbst machen, was auch schon geklappt hat und leicht ein paar tausend Euro sparen kann. Auch im Druckbereich sind durch den Produktivitätsfortschritt und insbesondere den gestiegenen Wettbewerb die Preise in den letzten 3-4 Jahren eher gesunken denn gestiegen.

Zum Thema Novize/Novizin: Es hängt immer vom Thema ab und was ist ein Novize? Wir haben z.B. das Buch von Roman Bezjak über die moderne sozialistische Architektur Osteuropas gemacht. Sicherlich ist Roman Bezjak altershalber kein typischer ‘Novize’, aber es war dieses sein erstes größeres Buch, es hatte keinen Sponsor und hat sich auch knapp gerechnet (immerhin jetzt in zweiter Auflage!). Es wurde teilweise ‘gefördert’, indem z.B. die Gestaltung dankenswerterweise von Dirk Fütterer und seiner Klasse an der FH Bielefeld übernommen wurde, da haben wir Geld gespart. weiter auf dem PHOTONEWS BLOG.