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14.11.2008

Sarah Moon : Wie kann man leben ohne Hoffnung und Verlangen?

Diese Frau ist zu Lebzeiten Legende. Nicht nur wegen ihrer Arbeiten, sondern auch aufgrund ihres Weges. 1941 wurde sie in Frankreich als Tochter einer Französin und eines Angloamerikaners geboren, die Familie war unter den Nazis zur Emigration gezwungen. Aufgewachsen sind sie und ihre zwei Brüder in der Schweiz und später in Paris. Nach kurzem Studium fand sie ihren Einstieg in die Welt des Fotos als Model vor der Kamera, dies noch unter ihrem Mädchennamen. Gelangweilt vom Rumstehen und Posieren entschied sie ziemlich schnell, sich lieber auf der anderen Seite des Zauns, als Fotografin, auszuprobieren. Allerdings unter einem Pseudonym. Sarah Moon.

Dies war nicht heutzutage, wo in einem BOOKLET gerne 5–10 Fotografinnen vorgestellt werden. Damals konnte man Fotografinnen an einer Hand abzählen, und diese Frauen sind auch heute noch Thema. Lee Miller, Gisèle Freund – und dann kam die Frau, die sich Sarah Moon nennt. Nicht nach dem Mond, wie sie beteuert.

Das Bild des Fotografen ist auch heute noch ein männliches. „Woran liegt das?“, wollten wir von ihr wissen. Die diplomatische Antwort: Alles braucht seine Zeit.

Also gehen auch wir es ruhig an: Als wichtige Stationen ihres fotografischen Lebens sind die verschwommenen Cacharel-Kampagnen, die immer noch vielen im Gedächtnis sind, sowie der Pirelli-Kalender von 1974 zu nennen. Diesen hat Sarah als erste von immer noch nur drei Frauen weltweit fotografieren dürfen. Außerdem zahllose Editorials, Kampagnen, Ausstellungen weltweit und rund 150 Werbespots. Was will diese Frau noch? Welcher Wunsch wurde nicht befriedigt? Ihre sphinxhafte Replik: Wie kann man leben ohne Hoffnung und Verlangen?

Das Interview in BOOKLET #9.




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