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GoSee Buch Tipp : Murder von Guillaume Simoneau (MACK BOOKS) - eine persönliche Zeitreise und eine Hommage an Masahisa Fukases Raben-Beobachtungen 'Karasu'

Das Fotografie Projekt 'Murder' von Guillaume Simoneau war im Sommer als Solo-Ausstellung im Rahmen des Rencontres d'Arles Festivals zu sehen. Bei MACK BOOKS erschien die spannende Zeitreise nun als Buch, das der Verlag Euch hier bei GoSee vorstellt.

'The genesis of Guillaume Simoneau’s new book, Murder, is in spring 1982. At around the same time Masahisa Fukase was producing his post-war masterpiece Karasu (Ravens), Simoneau’s family adopted a nest full of baby crows orphaned from a fallen tree. The photographs from this time, taken by Simoneau’s mother, paint an unusual and lyrical vision of childhood. Nearly forty years later, these moments are memorialised in dialogue with Simoneau’s new works, produced in the spring of 2016 and 2017 in Kanazawa, Japan.

This setting, the birthplace of Karasu, punctuates the book with a further-reaching interest in tradition and timelessness that looks beyond the scope of these events to the landscape, famous thatched houses, the pine forests and coastline. The crisp, architectural qualities of the new photographs evoke a rendering of Fukase’s original that is, however, distinctly of its time. In Murder, the original black and white image of the photographer as a child, crows perched on his shoulders, is set alongside visions of violence: one crow hanging by rope, tangled and rotting, another pinned down by a large bird of prey. The mood of this contrast is never cynical: instead, it develops an ambivalent approach to nostalgia that is energetic and cathartic. Several of these photographs directly reference Karasu, and it is this language of violence inherited from Fukase that becomes the mode with which Simoneau challenges this inheritance.

Throughout the book, the symbolism of the crow is constantly at stake. In the childhood images, the crow becomes an unlikely symbol of intimacy; coupled with blurred glimpses of the bird in flight, Simoneau threatens to restore the bird to its cultural function as an omen of turbulent times.'

Paper-bound hardback with tip-in, Includes bilingual booklet, 96 pages, 31.3 x 24.5 cm , ISBN 978-1-912339-48-8, €45 £40 $50
17.09.2019 // show complete article

 
GoSee loves .... 'Belvédère - Weiß war der Schnee - ein Fotoprojekt von Thomas Wrede zum Rhonegletscher über eine sich wandelnde Landschaft in der Galerie Wagner + Partner

Unsere Freunde der Galerie Wagner + Partner in Berlin zeigen aktuell mit 'Belvédère - Weiß war der Schnee' (13.09. – 19.10.2019) ein Projekt von Thomas Wrede, fotografiert um Belvédère, einen Ort am Rande des Rhonegletschers. Der Fotokünstler hat sich in den vergangenen zwei Jahren mit dem Gletscher und seinem Wandel durch die Klimakrise beschäftigt. Seit über 150 Jahren wird der Gletscher und seine Höhle durch Touristen besucht, doch die globale Erderwärmung gefährdet auch dieses Naturschauspiel. Durch Vliesabdeckungen wird der Schmelzvorgang verzögert. Die Galerie freut sich, mit dieser Einzelausstellung einen ersten Einblick in Wredes neue Serie zu geben.

Durch Witterungseinflüsse sowie durch beständiges Abwärtsdriften bedingt, verändern sich die Vliestücher und müssen regelmäßig ersetzt werden. Thomas Wrede betrachtet als Künstler dieses Inneinanderweben von naturgeschaffener Landschaft und menschlichem Eingriff. Das Resultat sind ästhetische Aufnahmen, die jedoch zugleich Dokumentationen eines unwiderbringlichen Prozesses sind. Gezeigt werden in der Ausstellung sowohl Außen- wie Innenaufnahmen des Gletschers.

Kenner des Gesamtwerkes von Thomas Wrede – man denke an die große Übersichtsausstellung in der Von der Heydt Kunsthalle – werden sich an die Samsø-Serie aus den frühen 90er Jahren erinnern, die im hinteren Teil der Galerie zu sehen ist. In dieser Werkgruppe hat der Künstler mit dem gleichen sensiblen Blick die Verwendung von Plastikfolien zur früheren Kartoffelernte auf der dänischen Ferieninsel thematisiert. Jene Plastikfolien wurden zu Plastikmüll, der zugleich die Wahrnehmung der Landschaft als solcher verändert.

In eindrucksvollen schwarzweißen Barytabzügen hat Wrede damals schon das Thema aufgegriffen, welches er nun in „Belvédère“ fortführt und farbig ausarbeitet. Im Kontext einer breiter werdenden Diskussion über Umweltzerstörung und Klimawandel sind Thomas Wredes Fotoarbeiten über die Kunst hinaus Aufruf zur Diskussion und Sensibilisierung einer sich wandelnden Landschaft.

Thomas Wrede (geboren 1963 in Iserlohn) lebt und arbeitet in Münster. Thomas Wrede zeigt in seinen vielfältigen Fotoserien immer wieder die Idee von Natur und ihrer Abbildung. Es entstehen vertraute und zugleich irritierende Landschaftsbilder. Oft sind diese Serien international ausgestellt worden und einem großen Publikum bekannt. Sehr sorgfältig wählt Thomas Wrede seine Szenen und das Licht und erzeugt Sehnsuchts- oder manchmal sogar Bedrohungsgefühle. Er ist Professor für Fotografie und Medien an der Hochschule der bildenden Künste Essen. Seit den frühen 1990er Jahren Ausstellungen im In- und Ausland. Seine Werke befinden sich in zahlreichen, internationalen Sammlungen.


WAGNER + PARTNER Koppenplatz 5 - 6, 10115 Berlin
11.09.2019 // show complete article

 
GoSee Buch Tipp : Sigalit Landau 'Salt Years', die israelische Künstlerin nutzt das Tote Meer als Inspirationsquelle und Laboratorium für ihre Alltagsobjekte unter der Salzkruste - Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg

Die israelische Künstlerin Sigalit Landau nutzt das salzigste Meer der Welt als ihr Laboratorium. Alltägliche Objekte werden von ihr über Monate hinweg in das Tote Meer eingetaucht. Vollständig mit Salz bedeckt, entfalten sie eine hypnotisierende Wirkung. Die Vergänglichkeit der Gegenstände ist transponiert in die poetische Aura eines kristallinen Andauerns.

In dieser Form werden Fragen nach weiblicher Identität und körperlicher Erfahrung, den Schatten des Holocaust, der angespannte politische Situation in Israel ebenso verhandelt wie Fragen nach Gerechtigkeit, struktureller Gewalt und wirtschaftlicher Ausbeutung der Natur. Salt Years ist sowohl ein Katalog dieser am Toten Meer entstandenen Arbeiten als auch ein bildgewaltiges 'Making-of'.

SIGALIT LANDAU (*1969, Jerusalem),ist eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen Israels. In den letzten Jahren wurden ihre Arbeiten an zahlreichen großen Veranstaltungsorten in Israel, den USA und Europa gezeigt, darunter bei der documenta und der Biennale di Venezia. Ihre aktuelle Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg (6.7.–17.11.2019) umfasst mehrere Readymades, die im Toten Meer eingetaucht wurden, sowie eine Auswahl ihrer wichtigsten Videoarbeiten.

Sigalit Landau 'Salt Years'  (Hatje Cantz, Texte von David Goss, Rona Cohen, Amitai Mendelsohn, Eli Raz, Dalia Manor, Tal Sterngast, Luna Goldberg, Sigalit Landau, Thorsten Sadowsky, 2019. 400 Seiten, 198 Abb., gebunden, 19,30 x 26,70 cm, ISBN 978-3-7757-4623-6)
28.08.2019 // show complete article