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Ben Teismann, Group Creative Diretor, Jung von Matt / Greater China, freut sich als Juror der GoSeeAWARDS auf spannende Einreichungen im Bereich Transportation & CGI und berichtet im Interview über seine Erfahrungen in Beijing und Shanghai

Wir freuen uns, dass Ben Teismann, Group Creative Director / Board Director bei Jung von Matt Greater China, uns als Juror bei den GoSeeAWARDS unterstützt. In den Offices in Peking und Shanghai betreut er mit seinem Team Kunden wie Mercedes-Benz, smart, Porsche, Jeep oder Montblanc. Er mag besonders die chinesische Grundstimmung - statt einem 'Nein' heisst es 'Mal sehen, was daraus werden könnte'. Und nach dieser Maxime rufen auch wir bei den GoSeeAWARDS Fotografen und Kreative auf, ihre Arbeiten kostenlos einzureichen : Mal sehen, was daraus werden kann, wenn sich Top-Kreative wie eben Ben Teismann - der immer auf der Suche nach Fotografen und Regisseuren ist - sich Eure Arbeiten etwas genauer anschaut.

Seine Kollegen in China empfindet er als neugieriger und interessierter daran neue Wege zu gehen. Was Ben Teismann sonst in China erlebt, verrät er uns im GoSee-Interview. Zudem zeigt er uns aktuelle Arbeiten und einen Blick hinter die Kulissen von Jung von Matt Greater China.

Wie lange arbeitest Du als Creative Director bei Jung von Matt und wie bist Du in China gelandet?
Ich habe Ende 2011 bei Jung von Matt / Neckar als Creative Director angefangen. Anfang 2015 habe ich die Chance ergriffen zu Jung von Matt / Tonghui (Peking) als Group Creative Director zu wechseln. 2017 haben wir ein zweites Office in China aufgebaut - Jv2M in Shanghai und ich bin zum Group Creative Director / Board Director bei JVM / Greater China befördert worden. 
(JVM Shanghai gibt es unter diesem Namen nicht. Es gibt Jung von Matt / Tonghui in Peking und Jv2M in Shanghai. Beide Offices zusammen nennen sich Jung von Matt / Greater China). Seitdem pendel ich zwischen Shanghai und Peking hin und her.

Welche Kunden betreut Ihr vor Ort?
Aktuell betreuen wir Mercedes-Benz, smart, Montblanc, Vitasoy, in der Vergangenheit haben wir Porsche Motorsport, Henkel, Haribo, Jeep, Nikon, Erni, Carlsberg Tuborg betreut.

Was genau ist Deine Aufgabe als Group Creative Director / Board Director? Ich bin Kopf der Kreation fuer beide Offices in China. Meine Hauptaufgaben bestehen darin den kreativen Standard von Jung von Matt auch in China aufrecht zu halten. 
Das heisst Coaching der Mitarbeiter, da sich Arbeitsweise und Ausbildung von Kreativen in China massiv von der Westlichen unterscheidet. Dabei lerne ich sehr viel Neues, neue Wege zu denken und zu kommunizieren, ein anderes Empfinden fuer Aesthetik, eine eher pragmatische Herangehensweise…. Es ist spannend das Beste aus beiden Kulturen zu kombinieren - über die Sprachbarrieren hinweg ein Jung von Matt zu sein.
 Das heisst weiterhin, aktiv an den meistens Projekten mitzuarbeiten, von Konzeption bis Final-Art. Das heisst auch die meisten Produktionen, vor allem die internationalen Produktionen, aktiv zu begleiten. Und natürlich die Kundenbetreuung bzw. Akquise von kreativer Seite.

Ist das richtig, dass große Autokampagnen von deutschen Agenturen mit europäischen Kreativen vor Ort umgesetzt werden? Wir und Serviceplan sind die einzigen “deutschen” Agenturen hier vor Ort und was grosse Autokampagnen angeht, befinden wir uns in einem interessanten Wettstreit mit internationalen Agenturen wie Ogilvy, Publicis, Saatchi&Saatchi, BBDO, Wieden & Kennedy … man kann sagen wir “teilen” uns die grossen Automarken und Kampagnen.

Es werden so gut wie keine internationale Kampagnen adaptiert, fast alles wird fuer den chinesischen Markt neu produziert. Das hängt zum einen damit zusammen, dass sich Ideen/Konzepte/Headlines nicht eins zu eins “übersetzen” lassen. 
Und, wie schon gesagt, das Ästhetikempfinden hier ist ein anderes. 
Hinzu kommt noch, dass sich die Fahrzeuge für den chinesischen Markt meist, zumindest in Details, von denen für den europäischen Markt unterscheiden.

Und es wird wahnsinnig viel produziert. Man kann nicht sagen, dass die grossen Kampagnen von europäischen Fotografen, Regisseuren etc. gemacht werden und die kleineren Kampagnen von Lokalen. Im Verhältnis würde ich schätzen eine von fünf Produktionen wird von einem Westler gemacht.

Ob nun eine Produktion mit einem westlichen Fotografen, Regisseur etc. umgesetzt wird ist vornehmlich eine Budgetentscheidung bzw. Qualitätsentscheidung. Aber auch hier kann man nicht sagen “mehr Budget, bessere Qualität = Westler” Es ist eher so, dass die sehr guten lokalen Fotografen, Regisseure etc. sich preislich nicht von extra eingeflogenen Westlern unterscheiden.

Westliche Fotografen, Regisseure etc. werden fuer ihre Qualität allgemein hoch geschätzt. 
Bei Print-Produktionen wird aber leider häufig vergessen, dass die Qualität eines Bildes nicht nur vom Shooting abhängt, sondern auch von dem ganzen Postproduction Prozess. Fotografen werden häufig nur fürs Shooting eingeflogen und bekommen nur selten die Gelegenheit mit einem Retoucher zusammen arbeiten. Zusätzlich gibt es nur sehr wenige gute Retoucher in China. Ich konnte z.B. in der 25Mio. Stadt Beijing bisher nur zwei wirklich gute Retoucher finden - und einer davon ist Deutscher.

Das die meisten Kampagnen vor Ort umgesetzt werden hängt meiner Meinung nach damit zusammen, das es nach wie vor für viele Chinesen schwierig, bzw. langwierig, ist Visa fürs Ausland zu bekommen. Ich sehe das allerdings als Chance. China bietet eine Fülle an unverbrauchten, spannenden Locations und erlaubt vieles was in anderen Ländern undenkbare wäre, wie z.B. Anke Luckmanns Parkour Läufer Project (GoSee berichtete).

Was unterscheidet die Kundenbedürfnisse auf dem chinesischen Markt vom europäischen?
Ständige Verfügbarkeit, 24 Stunden, 7 Tage die Woche.

Was ist das Spannende als CD in Peking und Shanghai zu arbeiten? Ich mag die Grundstimmung in China. Mehr machen, weniger grübeln. Gerade in dieser Branche, in der es zu einfach ist Dinge kaputt zu diskutieren, ist es spannend Dinge einfach auszuprobieren. Es gibt natürlich Grenzen, momentan kann man z.B. nichts mit Tattoos und Hip Hop machen, auch Humor ist ein komplexes Feld, grundsätzlich höre ich aber fast nie “Das geht nicht!” sondern meist “Mal sehen, was daraus werden könnte”. (Da war es wieder! :-) !!)

Ich empfinde meine Kollegen hier als neugieriger und interessierter daran neue Wege zu gehen was auch mich dazu bringt, offener auch absolut ungewöhnlichen Herangehensweisen zu sein. Mit zum Teil verblüffenden Ergebnissen.

Wie erlebst Du beide Städte? Was sind Deine persönlichen Highlights? An Beijing mag ich den ständigen Wechsel. Gestern war an einer Stelle noch ein Restaurant, heute ist es ein super Comic Store. Oder, mittags spaziert man durch Sanlitun und bekommt den Eindruck, dass Ferraris hier verschenkt werden, abends sitzt man in einer verqualmten Tepanayki Bar im zweiten Stock einer Baracke und hat das lustigste Gespräch mit einem Japaner den man gar nicht versteht. Beijing hat eine tolle Kunst- und Musikszene, ist sehr jung, sehr wild. Beijing ist modern und traditionell, global und chinesisch, alles zugleich - und immer spannend. Meine Lieblingsecke sind die Hutongs um den Lama Temple, hier fliesst irgendwie alles zusammen.

An Shanghai mag ich das Metropolenhafte. Shanghai fühlt sich grösstenteils nicht nach China an. Shanghai ist in meinen Augen eine wirklich internationale Stadt ohne allzu hektisch zu sein. Shanghai ist relaxed. Ich kann nicht beantworten welche Stadt ich besser finde, ich geniesse es zwischen beiden Städten hin und her zu pendeln. Oder anders gesagt Beijing ist wie Berlin, Shanghai wie Hamburg - beides cool, man kann es nur nicht vergleichen.

Öffentliche Verkehrsmittel? Oder mit dem Fahrrad durch Shanghai? Alles, ausser Autofahren. Autofahren in der Stadt ist die Hölle wegen dem 24 Stunden Dauerstau. Am schnellsten und einfachsten kommt man von A nach B mit einer Kombination aus U-Bahn und Share-a-bike. Manchmal ist die Orientierung ein bisschen kompliziert aber die meisten Menschen sind sehr hilfsbereit.

Gibt es noch das alte, traditionelle Beijing / Shanghai? Ich glaube nicht, es gibt vereinzelte Ecken die sich traditionell anfühlen es aber nicht wirklich sind. Momentan gibt es einen sehr interessanten Trend. Nach Jahrzehnten des Nacheifern westlicher Standards, beschäftigen sich mehr und mehr junge Designer und Architekten damit Chinas kulturelles Erbe in die Moderne zu übertragen und damit wirklich Neues zu schaffen - sehr spannend.


Wir danken Ben für den spannenden Einblick ins schnelllebige 24/7-Werberleben in der Volksrepublik China mit ihren 1,4 Milliarden Einwohnern und zeigen Euch gerne aktuelle Jung von Matt-Arbeiten auf GoSee. Wenn Du an den AWARDS teilnehmen und Dich Ben und seinen Jury-Kollgen stellen willst dann eröffne Deinen kostenlosen Account unter : GoSee.de/register


FYI: Beijing (21 Mio Einwohner) und Shanghai (24 Mio Einwohner) liegen 1300 km auseinander, das entspricht 2 Flugstunden bzw. 4,5 Zugstunden mit dem Shanghai Beijing Express, der eine Spitzengeschwindigkeit von legendären 350 km vorweisen kann.

(Weitere Infos über Ben Teismann - work: benteismann.tumblr.com, blog: livingonearthisexpensive.tumblr.com social: instagram.com/bteismann)

04.09.2018 // show complete article

 
Ben Teismann, Group Creative Diretor, Jung von Matt / Greater China zeigt smart brabus tailor-made TVC von 
Regisseur Paul Mignot und smart x IZZUE Collaboration 'Greyvity' von Fotograf Quentin Shih

JUNG VON MATT / GREATER CHINA realisierte einen SMART BRABUS tailor-made TV Commercial mit Regisseur Paul Mignot (Production House Eagle Media Shanghai
) sowie die smart x IZZUE Collaboration “Greyvity” (Fotograf: Quentin Shih; Production House: Beijing Eye).
04.09.2018 // show complete article

 
Ben Teismann, Group Creative Diretor, Jung von Matt / Greater China zeigt V-Klasse TVC und Print fuer Mercedes-Benz Beijing

V-Klasse TVC und Print fuer Mercedes-Benz Beijing (Regiesseur: Christian Aeby; Production House: radical media Shanghai, Fotograf: Thomas Strogalski; Production House: Moto Artist and Production Beijing
)

V-Klasse Print fuer Mercedes-Benz Beijing (Fotograf: David Maurer; Production House: Beijing Eye
)
04.09.2018 // show complete article