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Mafalda Rakos widmet sich der irritierenden Thematik Essstörungen einfühlsam im Buch 'I WANT TO DISAPPEAR', erschienen in der EDITION LAMMERHUBER

Sensibel, aufschlussreich, klug und persönlich erzählt Mafalda Rakoš die Geschichten von 20 Betroffenen in Bild und Wort in einem Buch, herausgegeben von der EDITION LAMMERHUBER. Sie hat ihre Protagonistinnen jahrelang begleitet. Die intimen Porträts, Erinnerungen und Erlebnisse der Betroffenen geben Einblick in die persönlichen Konflikte, Brüche und Unsicherheiten, die an der Wurzel dieser Erkrankung liegen. Eines wird dabei schnell klar: Essstörungen sind definitiv kein Zeichen von Schwäche. Und man ist keinesfalls damit allein.

Magersucht, Bulimie und Binge Eating finden weltweit zunehmende Verbreitung. Der US-amerikanischen Renfrew-Stiftung zufolge leiden 70 Millionen Menschen an einer Essstörung. Zahlreiche Studien bestätigen, dass das Risiko zu erkranken bei Mädchen und jungen Frauen in westlichen Industrienationen am höchsten liegt. Nichtsdestotrotz werden die Krankheit und ihre Ursachen und Folgen immer noch stark stigmatisiert, verschwiegen und vom gesellschaftlichen Diskurs ausgeklammert.

Mit Textbeiträgen der Psychotherapeutin Harriet Vrana und der Kunsttherapeutin Elizabeth McGlynn.

MAFALDA RAKOŠ geboren 1994, studiert an der Akademie der bildenden Künste in Wien und absolvierte ein Studium der Kultur- und Sozialanthropologie. Ihre Arbeit bewegt sich entlang der Schnittstelle anthropologischer, künstlerischer und journalistischer Zugänge und befasst sich meistens mit gesellschaftlichen Themen und deren Auswirkungen. Ihre Arbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem beim C/o Berlin New Documentary Talents Award, Photobookfestival Kassel Dummy Award, European Publishers Award for Photography, dem Photobookaward der Royal Society of Photography oder beim Prix Revelation SAIF im Zuge des Voies Off Festivals in Arles. www.mafaldarakos.com

ELIZABETH MCGLYNN geboren in London, ist Künstlerin, Kunsttherapeutin und Lektorin an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Studium an der Hochschule der Künste Zürich, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf und Goldsmith’s College London. Arbeitsgebiete sind Kunst und Therapie, Bildende Kunst, Kunst im sozialen Raum und künstlerische Forschung.

HARRIET VRANA ist akademische Psychotherapeutin. Im Wiener Zentrum für Frauengesundheit (FEM) ist sie als Bereichsleiterin für Essstörungen tätig. Darüber hinaus leitet sie regelmäßig Präventions- und Sensibilisierungsworkshops mit Jugendlichen.

AUSSTELLUNGEN
2016, Unfolding Truth, Salt Lake City, USA; 2017, Circulation(s) Festival for Young European Photography, Paris, Frankreich; 2017, Photographing the Female, FOCUS photo festival, Mumbai, Indien; 2017, Photobook Phenomenon, CCCB Barcelona, Spanien; 2017, Les nuits de l’image, Musée de l‘Elysée, Lausanne, Schweiz; 2017, Internationaler Kongress für Essstörungen, Alpbach, Österreich; 2017, Fotografia Festival, Rom, Italien.


I WANT TO DISAPPEAR - Mafalda Rakoš
Harriet Vrana, Elizabeth McGlynn
17 x 27 cm, 208 Seiten, 170 Fotos
Deutsch, Englisch, Hardcover, Leinen bedruckt, € 39,90
ISBN 978-3-903101-43-2 (Deutsch)
http://edition.lammerhuber.at/buecher/i-want-to-disappear
23.01.2018 // show complete article

 
EDITION LAMMERHUBER präsentiert Luo Yang 'Girls' - ein intimer Blick auf eine verunsicherte und zugleich extrem coole Generation junger chinesischer Frauen, die Stereotypen und Erwartungen trotzen

Luo Yangs Girls sind exzentrisch, schön und selbstbewusst, zugleich verletzlich, schüchtern und fragil. Sie gehören zu einer chinesischen Subkultur, die im Westen bislang kaum wahrgenommen wurde. Die junge Künstlerin Luo Yang – in der Ai Weiwei einen der aufsteigenden Stars der chinesischen Fotografie sieht – fotografiert Freundinnen und Frauen ihres Alters in den boomenden Megastädten Chinas. Ihnen gemein ist die Suche nach Orientierung und Selbstfindung in einer Kultur, in der Turbokapitalismus, Globalisierung und traditionelle Lebensentwürfe aufeinanderprallen.

Luo Yangs intime, direkte Porträts öffnen den Blick auf eine verunsicherte, doch extrem coole Generation von Frauen, die auferlegten Stereotypen und Erwartungen trotzt. Statt offener Rebellion oder Provokation geht es um die unaufgeregte Darstellung kompromissloser Selbstbestimmtheit und Individualität. Luos Bilder zelebrieren eine neue Freiheit – und werfen einen zugleich kritischen Blick auf die Lebensrealität junger Frauen im heutigen China.

Eva Morawietz meint unter anderem in ihrem Text: „Mädchen und ihre Jugendjahre sind in der zeitgenössischen Kunst ein beliebtes Sujet, um die Komplexität von Jugend, Gender und Feminität zu erforschen. Die Mädchenfigur verkörpert weibliche Sexualität, kulturelles Verlangen, Erinnerungen und Ausblick auf das Frausein. Aber noch bedeutender: Sie repräsentiert den Wandel von Identität.“

LUO YANG geboren 1984, stammt aus der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Ai Weiwei bezeichnete sie 2012 als eine der aufstrebenden Stars der zeitgenössischen chinesischen Fotografie. 2013 waren ihre Arbeiten in der von Ai kuratierten Show „FUCK OFF 2“ im Groninger Museum in den Niederlanden zu sehen. Zahlreiche Ausstellungsteilnahmen in Asien sowie Solo-Ausstellungen in Berlin und Hong Kong verhalfen ihr zu internationalem Ruhm. Luos Werk wechselt zwischen sorgfältig durchdachten Bildkompositionen und spontaner Schnappschuss-Ästhetik. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Fotografin in Peking. www.luoyangphoto.com

AUSSTELLUNGEN
• GIRLS, The Opposite House Beijing & MO-Industries, Beijing, China 2017
• GIRLS, MO-Industries, Hong Kong, China 2016, Berlin, Germany 2016
• Poem, Zhong Gallery, Beijing, China 2017
• Between Reality and Ideal: 40 Years of Chinese Contemporary Photography (1976-2017), Three Shadows, Beijing, China 2017
• Photographing the Female, Focus Photography Festival, Mumbai, India / Willow School, Gladstone, New Jersey, USA 2017
• EVAW Art Exhibition, UN WOMEN, Crossroads Centre, Beijing, China 2016
• 10 Years Song Zhuang Art Center, Song Zhuang Museum, Beijing, China 2016 ...

LUO YANG GIRLS - Luo Yang, Eva Morawietz . 22,5 x 27,5 cm, 168 Seiten, 85 Fotos , Englisch, Mandarin, Hardcover, Leinen bedruckt, ISBN 978-3-903101-40-1, € 49,90
20.12.2017 // show complete article

 
Edition Lammerhuber : 'Weit weg von Brüssel' - Stefan Enders bereiste die Außengrenzen der EU und zeigt in intensiven Schwarz-Weiß-Portraits und dokumentarischer Farbfotografie sein ganz persönliches Europa

Stefan Enders ist nicht nur Fotograf und Professor für Fotografie an der Hochschule in Mainz, er ist vor allem glühender Europäer. Im Rahmen eines einjährigen Sabbaticals begab er sich auf eine Reise, die ihn in sieben Monaten 31.000 Kilometer entlang der Außengrenzen von 15 europäischen Staaten geführt hat. Entstanden ist eine Hommage an die Menschen dieses Europas, eine poetisch-kritische Auseinandersetzung voll Sympathie und Strahlkraft. Das Projekt wurde in Buchform von GoSee Member Edition Lammerhuber publiziert.

Die großformatigen Bilder wurden in der gleichnamigen Ausstellung erstmals im Oktober 2017 in Brüssel beim Europäischen Parlament gezeigt und wanderten im November 2017 in das Mainzer Rathaus.

„Ob ich mich als Europäer fühle ? Keine Ahnung – ich bin Schotte.“ Stefan Enders hat sich aufgemacht, sein ganz persönliches Europa zu entdecken. Und er hat Antworten bekommen wie diese von Charles Harkins.

Niemand ahnte, welche Aktualität das Projekt bekommen würde, als er im März 2015 zu seiner Reise aufbrach. Als Fotograf wollte er etwas über die Menschen in der EU erzählen. Und zwar nicht dort, wo man alles schon kennt, sondern in den Rand- und Grenzregionen. Seine Reise führte ihn 31.000 km entlang der gesamten Außengrenzen Europas – von Schottland über Portugal bis zum äußersten Nordosten Skandinaviens. Einmal „rund um die Europäische Union”.

Mehr als 200 Menschen hat Enders dabei porträtiert. In seinen intensiven Schwarz-Weiß-Bildern zollt er allen den gleichen Respekt: dem Fabrikdirektor genau so wie dem Gewerkschaftsboss, der Arbeiterin, den Arbeitslosen bis hin zu den in Europa gestrandeten Flüchtlingen. Seine Farbaufnahmen betten das Projekt in die aktuelle historische Situation Europas ein.

STEFAN ENDERS studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei, bevor er sich der Fotografie zuwandte. Ihn faszinierte die unausweichliche Nähe zur Realität, die er als Fotograf eingehen musste. Über 20 Jahre lang arbeitete er für internationale Magazine vor allem für stern, Der Spiegel, Focus, GEO und Merian. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet. Im Jahre 2005 wurde er von der Hochschule Mainz zum Professor für Fotografie berufen. Stefan Enders lebt in Köln.

Aktuelle Ausstellung 'WEIT WEG VON BRÜSSEL' by Stefan Enders
23. November 2017 – 17. Januar 2018, Mainzer Rathaus, Mainz, Jockel-Fuchs Platz 1

WEIT WEG VON BRÜSSEL, Stefan Enders
24 x 29 cm, 336 Seiten, 180 Fotos , Deutsch, Text in Englisch als Download
Hardcover, Leinen gebunden , ISBN 978-3-903101-24-1, € 78,-
28.11.2017 // show complete article