News // 60 News by Edition Lammerhuber

I LOVE AFRICA – das Festival La Gacilly-Baden Photo noch bis 30. September in Baden bei Wien mit 36 Ausstellungen samt Open-Air Galerie, 2000 großformatigen Bildern und Vorträgen, präsentiert von Edition Lammerhuber auf GoSee

Im Rahmen des größten Fotofestivals Europas zeigt das Who is who der Fotografie – von Seydou Keïta, Malick Sidibé bis Brent Stirton, von Omar Victor Diop bis Elliott Erwitt – unter dem Motto I LOVE AFRICA faszinierende Bilderwelten in einer riesigen Open-Air-Galerie. 36 Ausstellungen mit 2000 großformatigen Bildern, einzelne bis zu 300 Quadratmeter groß, verwandeln die Gärten, Gässchen und Plätze von Baden auf einer Länge von 4 Kilometern vier Monate lang in eine Stadt der Fotografie.

Der öffentliche Raum wird zum Bühnenbild für ein Gesamtkunstwerk, bei dem Fotokunst und Gartenkunst verschmelzen. Die Energie des Festivals nährt sich aus zwei Schwerpunkten: Geografie und Umwelt. Zum einen rücken weltbekannte Fotografen ein Land, 2018 sogar einen Kontinent, in den Fokus – vor allem Bilder aus afrikanischen Porträtstudios erzählen von den Träumen der Menschen, die südlich der Sahara zu Hause sind. Zum anderen berichten Langzeit-Reportagen von den berührenden und überraschenden Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Mit der künstlerischen und fotografischen Vermittlung der drängenden Umweltprobleme ebenso wie der Schönheit unserer Welt und des Daseins, steht das Festival für den Wunsch der Menschen nach Frieden und einem gelungenen Leben.

Jacques Rocher, der heute Vorsitzender der Fondation Yves Rocher ist, hat 2004 in seinem Geburtsort La Gacilly in der Bretagne dieses alle Jahre stattfindende Fotofestival ins Leben gerufen. Es ist nicht nur zu einem Mekka für Fotokunst und Fotojournalismus geworden, sondern auch zum jährlichen Fixpunkt für rund 400.000 Besucher. Auf Initiative des Fotografen und Verlegers Lois Lammerhuber beginnt 2018 die Kooperation mit Baden bei Wien.

Der politische Reiz dieses doppelten Festivals findet sich auch in der Position der beiden Gemeinden. Das Dorf La Gacilly liegt nahe der Atlantikküste, also am westlichen Rand der einst bekannten Welt, die Kurstadt Baden bei Wien nahe dem ehemals Eisernen Vorhang an der östlichen Grenze der einst freien Welt.

Mit dem Festival 2018 beginnt eine exklusive Zusammenarbeit zwischen La Gacilly und Baden. Mit jeweils einem Jahr zeitversetzt findet das Fotofestival im Sommer erst in La Gacilly und dann in Baden statt. Was also 2018 in Frankreich zu sehen sein wird, präsentiert Baden 2019. In diesem Rhythmus geht es weiter. Damit gibt es die Möglichkeit, die besten Fotografen der Welt erst im Westen des Kontinents zu bestaunen und dann im Herzen Europas.

Einige Highlights : 18. Juli Zum 100. Geburtstag von NELSON MANDELA gibt es einen Festvortrag von Gisela Kayser, künstlerische Leiterin des Willy-Brandt-Hauses in Berlin, samt Geburtstagsparty

18. August : BRENT STIRTON: AUSROTTUNG/EXTINCTIONS / RICHARD LADKANI: THE IVORY GAME
Im Februar 2017 erhielt Brent Stirton für seine Arbeit über den Schmuggel mit Hörnern von Nashörnern den World Press Photo Award. Für den südafrikanischen Fotografen war diese Anerkennung nichts Neues – er bekam sie schon zum neunten Mal, so oft wie kein anderer Fotograf. Seit 2008 dokumentiert Stirton für National Geographic den unsichtbaren Krieg, der Afrika ausbluten lässt und den kostbaren Wildtierbestand des Kontinents bedroht. Regisseur und Kameramann Richard Ladkani, der übrigens seit einem Jahr in Baden lebt, wurde durch die Bilder von Stirton inspiriert, das Thema Elfenbeinhandel als Kinodokumentarfilm umzusetzen. Produziert als Netflix Original von Leonardo DiCaprio, Terra Mater Factual Studios und Paul Allen, dem Co-Gründer von Microsoft, wurde THE IVORY GAME mehrfach auf internationalen Festivals ausgezeichnet und für den Dokumentarfilm-Oscar shortgelistet.

Das gesamte Programm gibt es hier (Deutsch: https://mailchi.mp/lagacilly-baden/festivalprogramm-929841 , Englisch: http://mailchi.mp/lammerhuber.at/festivalprogramm-eng)

In der Edition Lammerhuber ist der Festivalkatalog I LOVE AFRICA erschienen (Deutsch/Englisch; 17 x 23 cm; 260 Seiten; Softcover; 14,90 Euro)

Festival La Gacilly-Baden Photo
8. Juni bis 30. September 2018, Baden bei Wien
09.07.2018 // show complete article

 
Mafalda Rakos widmet sich der irritierenden Thematik Essstörungen einfühlsam im Buch 'I WANT TO DISAPPEAR', erschienen in der EDITION LAMMERHUBER

Sensibel, aufschlussreich, klug und persönlich erzählt Mafalda Rakoš die Geschichten von 20 Betroffenen in Bild und Wort in einem Buch, herausgegeben von der EDITION LAMMERHUBER. Sie hat ihre Protagonistinnen jahrelang begleitet. Die intimen Porträts, Erinnerungen und Erlebnisse der Betroffenen geben Einblick in die persönlichen Konflikte, Brüche und Unsicherheiten, die an der Wurzel dieser Erkrankung liegen. Eines wird dabei schnell klar: Essstörungen sind definitiv kein Zeichen von Schwäche. Und man ist keinesfalls damit allein.

Magersucht, Bulimie und Binge Eating finden weltweit zunehmende Verbreitung. Der US-amerikanischen Renfrew-Stiftung zufolge leiden 70 Millionen Menschen an einer Essstörung. Zahlreiche Studien bestätigen, dass das Risiko zu erkranken bei Mädchen und jungen Frauen in westlichen Industrienationen am höchsten liegt. Nichtsdestotrotz werden die Krankheit und ihre Ursachen und Folgen immer noch stark stigmatisiert, verschwiegen und vom gesellschaftlichen Diskurs ausgeklammert.

Mit Textbeiträgen der Psychotherapeutin Harriet Vrana und der Kunsttherapeutin Elizabeth McGlynn.

MAFALDA RAKOŠ geboren 1994, studiert an der Akademie der bildenden Künste in Wien und absolvierte ein Studium der Kultur- und Sozialanthropologie. Ihre Arbeit bewegt sich entlang der Schnittstelle anthropologischer, künstlerischer und journalistischer Zugänge und befasst sich meistens mit gesellschaftlichen Themen und deren Auswirkungen. Ihre Arbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem beim C/o Berlin New Documentary Talents Award, Photobookfestival Kassel Dummy Award, European Publishers Award for Photography, dem Photobookaward der Royal Society of Photography oder beim Prix Revelation SAIF im Zuge des Voies Off Festivals in Arles. www.mafaldarakos.com

ELIZABETH MCGLYNN geboren in London, ist Künstlerin, Kunsttherapeutin und Lektorin an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Studium an der Hochschule der Künste Zürich, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf und Goldsmith’s College London. Arbeitsgebiete sind Kunst und Therapie, Bildende Kunst, Kunst im sozialen Raum und künstlerische Forschung.

HARRIET VRANA ist akademische Psychotherapeutin. Im Wiener Zentrum für Frauengesundheit (FEM) ist sie als Bereichsleiterin für Essstörungen tätig. Darüber hinaus leitet sie regelmäßig Präventions- und Sensibilisierungsworkshops mit Jugendlichen.

AUSSTELLUNGEN
2016, Unfolding Truth, Salt Lake City, USA; 2017, Circulation(s) Festival for Young European Photography, Paris, Frankreich; 2017, Photographing the Female, FOCUS photo festival, Mumbai, Indien; 2017, Photobook Phenomenon, CCCB Barcelona, Spanien; 2017, Les nuits de l’image, Musée de l‘Elysée, Lausanne, Schweiz; 2017, Internationaler Kongress für Essstörungen, Alpbach, Österreich; 2017, Fotografia Festival, Rom, Italien.


I WANT TO DISAPPEAR - Mafalda Rakoš
Harriet Vrana, Elizabeth McGlynn
17 x 27 cm, 208 Seiten, 170 Fotos
Deutsch, Englisch, Hardcover, Leinen bedruckt, € 39,90
ISBN 978-3-903101-43-2 (Deutsch)
http://edition.lammerhuber.at/buecher/i-want-to-disappear
23.01.2018 // show complete article

 
EDITION LAMMERHUBER präsentiert Luo Yang 'Girls' - ein intimer Blick auf eine verunsicherte und zugleich extrem coole Generation junger chinesischer Frauen, die Stereotypen und Erwartungen trotzen

Luo Yangs Girls sind exzentrisch, schön und selbstbewusst, zugleich verletzlich, schüchtern und fragil. Sie gehören zu einer chinesischen Subkultur, die im Westen bislang kaum wahrgenommen wurde. Die junge Künstlerin Luo Yang – in der Ai Weiwei einen der aufsteigenden Stars der chinesischen Fotografie sieht – fotografiert Freundinnen und Frauen ihres Alters in den boomenden Megastädten Chinas. Ihnen gemein ist die Suche nach Orientierung und Selbstfindung in einer Kultur, in der Turbokapitalismus, Globalisierung und traditionelle Lebensentwürfe aufeinanderprallen.

Luo Yangs intime, direkte Porträts öffnen den Blick auf eine verunsicherte, doch extrem coole Generation von Frauen, die auferlegten Stereotypen und Erwartungen trotzt. Statt offener Rebellion oder Provokation geht es um die unaufgeregte Darstellung kompromissloser Selbstbestimmtheit und Individualität. Luos Bilder zelebrieren eine neue Freiheit – und werfen einen zugleich kritischen Blick auf die Lebensrealität junger Frauen im heutigen China.

Eva Morawietz meint unter anderem in ihrem Text: „Mädchen und ihre Jugendjahre sind in der zeitgenössischen Kunst ein beliebtes Sujet, um die Komplexität von Jugend, Gender und Feminität zu erforschen. Die Mädchenfigur verkörpert weibliche Sexualität, kulturelles Verlangen, Erinnerungen und Ausblick auf das Frausein. Aber noch bedeutender: Sie repräsentiert den Wandel von Identität.“

LUO YANG geboren 1984, stammt aus der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Ai Weiwei bezeichnete sie 2012 als eine der aufstrebenden Stars der zeitgenössischen chinesischen Fotografie. 2013 waren ihre Arbeiten in der von Ai kuratierten Show „FUCK OFF 2“ im Groninger Museum in den Niederlanden zu sehen. Zahlreiche Ausstellungsteilnahmen in Asien sowie Solo-Ausstellungen in Berlin und Hong Kong verhalfen ihr zu internationalem Ruhm. Luos Werk wechselt zwischen sorgfältig durchdachten Bildkompositionen und spontaner Schnappschuss-Ästhetik. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Fotografin in Peking. www.luoyangphoto.com

AUSSTELLUNGEN
• GIRLS, The Opposite House Beijing & MO-Industries, Beijing, China 2017
• GIRLS, MO-Industries, Hong Kong, China 2016, Berlin, Germany 2016
• Poem, Zhong Gallery, Beijing, China 2017
• Between Reality and Ideal: 40 Years of Chinese Contemporary Photography (1976-2017), Three Shadows, Beijing, China 2017
• Photographing the Female, Focus Photography Festival, Mumbai, India / Willow School, Gladstone, New Jersey, USA 2017
• EVAW Art Exhibition, UN WOMEN, Crossroads Centre, Beijing, China 2016
• 10 Years Song Zhuang Art Center, Song Zhuang Museum, Beijing, China 2016 ...

LUO YANG GIRLS - Luo Yang, Eva Morawietz . 22,5 x 27,5 cm, 168 Seiten, 85 Fotos , Englisch, Mandarin, Hardcover, Leinen bedruckt, ISBN 978-3-903101-40-1, € 49,90
20.12.2017 // show complete article