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Pavlov's dog | Daniel Josefsohn - Halb Mensch-halb Josefsohn | 9.11.2018
„Halb Mensch halb Frau, halb Mensch halb Josefsohn“ – ein Satz, der sich aus dem verschwundenen Josefsohn-Atelier sofort ins Gedächtnis getaggt hat wie kein anderer: hingekritzelt an eine Wand in Daniel Josefsohns alter Remise in der Bergstraße.  Er passt – wie die Faust aufs Auge – zu Josefsohns analogen Collagen, in denen es wenig zimperlich zugeht. Mal ironisch, mal übergriffig werden die Porträtierten geschreddert und neuartig zusammengestitcht – Fotos wie merkwürdige Zustände. Die zahlreichen „Schnipsel-Container“ und Sticker-Kisten, die sich nach seinem Tod im Studio vorfanden, zeugen von diesem Sammelsurium des Unfertigen. Die Lust an der collagenhaften Aneignung, an der Verfremdung, der Zuspitzung gehört so sehr zu dieser amorphen Josefsohn-Welt wie die kindliche Lust am Unkorrekten, Drastischen. Nicht immer sind die Themen so überdeutlich wie in „S.O.S Kinderdorf“, aber oft durch die Hi ntertür aktuell – wenn man heutige Schlagzeilen und Debatten im Kopf hat. Solchermaßen gegen den Strich ergeben diese Porträts plötzlich einen großen klaren Sinn in ihrer Ambivalenz, ihrer Treffsicherheit und ihrem Humor. In der Galerie pavlov’s dog wird dieses Konvolut zum ersten Mal ausgestellt sein. Damit kehrt der Künstler nach seinem furiosen Debüt 2011 an gleicher Stelle zurück - Welcome back Daniel!  

Daniel Josefsohn, (1961-2016)) wurde in Hamburg als Sohn jüdischer Eltern geboren. Der ehemalige Waldorfschüler und Ex-Skater, in seinen Jugendjahren durch Aufenthalte in den USA, Israel und Deutschland sozialisiert, begann als fotografischer Autodidakt. Er arbeitete – nachdem er durch seine legendäre „Miststück“-Kampagne für den Musiksender MTV 1994 schlagartig be kannt wurde – für zahlreiche Magazine und Zeitschriften. Ab 2007 wurden seine Arbeiten zunehmend im Theaterkontext bekannt: er verantwortete von 2007 – 2009 die Plakatkampagnen des Theater Festival Impulse, ab 2010 – 2013 die der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sowie des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg. Es folgten diverse Einzelausstellungen: in der Galerie pavlov’s dog LIEBER GOTT VERGIEBE MIR (2011), im Kunstverein Hamburg ES WIRD ALLES GUT MUTTER (2010) sowie im Kunstverein Jesteburg MACHEN SIE AUCH PASSFOTOS? (2014).Nach einem Schlaganfall im Jahr 2012 dokumentierte er ein Jahr lang seine Rekonvaleszenz in der Fotokolumne des ZEITmagazins unter dem Titel AM LEBEN und kontrastierte sie mit teils humorvollen, teils melancholischen Rückblicken auf sein rasantes Vorleben. Seine erste Monografie erschien im Herbst 2014 unter dem Titel OKDJ im Hatje Cantz Verlag. Daniel Josefsohn starb am 13. August 2016 im Alter von 53 Jahren.

Vernissage am 9.10.2018, 19.00 Uhr
special guest: Moritz von Uslar


Ausstellung 10.11. - 12.1. 2019


Zu dieser Ausstellung erscheint exklusiv eine Plakatedition von beiden Motiven des Newsletters: A1, Auflage 75, numeriert, 20 €.
Vorbestellung unter: plakat@pavlovsdog.org





pavlov’s dog . Bergstrasse 19 . 10115 Berlin

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IMAGE // PAVLOV’S DOG : Daniel Josefsohn - Halb Mensch-halb Josefsohn
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Alexander Gehring 'The Alchemy of Colour' Ausstellung bei pavlov’s dog, Berlin

"Alexander Gehring untersucht in seiner zweiten Einzelausstellung bei pavlov’s dog das Verhältnis von Fotografie und Alchemie. Inwieweit wirken sie noch heute ? Alchemisten versuchten stets die Natur und die in ihr innewohnenden Prozesse zu verstehen und mit dem gewonnenen Wissen in diese Abläufe einzugreifen. Dazu gehört die Idee Elemente umzuwandeln. Das beschränkte sich nicht nur auf den Versuch Gold herzustellen, begründete aber den bis heute gültigen Ruf einer Geheimwissenschaft.

Auch bei den Abläufen der analogen Fotografie gibt es geheimnisvolle Momente. Aus einem unsichtbaren Bild (das latente Bild) wird etwas Sichtbares - ein Abbild der Natur, der Welt. Im Fotolabor werden die Analogien zwischen Alchemie und Fotografie erlebbar. So bezeichnen viele Menschen, die zum ersten Mal den Entwicklungsprozess eines Papierbildes in der Entwicklerschale bestaunen, diesen Moment als „magisch“. Hier wie da werden durch den Einsatz von Chemikalien, Metallen und Salzen chemische Reaktionen in Gang gesetzt, die die Umwandlung von unsichtbar zu sichtbar hervorrufen und etwas Neues schaffen. Das Herzstück eines jeden Fotolabors ist die Dunkelkammer: Ein geheimnisvoller Raum, nur für Eingeweihte bestimmt, die die Gesetze und Regeln des Ortes kennen und befolgen - nichts anderes als ein Tempel einer Geheimgesellschaft.

Alexander Gehrings Ansatz ist spielerisch und hinterfragt die analoge Fotografie. Die Motive bleiben rätselhaft und bedienen sich einer alchemistischen Symbolik: die Elemente der Natur, ihre Farben und Aggregatzustände. Die oft verwendete Farbe Rot schlägt eine Brücke. Das rote Licht der Dunkelkammer ist zugleich ein Wahrzeichen der Alchemisten. Rot war in der Alchemie die Farbe der Farben. Dies geht unter anderem auf Rubinglas zurück, das bei alchemistische Experimenten entdeckt wurde. Es wird bis heute geschätzt - genau wie die analoge Fotografie." Michael Biedowicz

 

Der in Berlin lebende Künstler Alexander Gehring (* 1981 in Bielefeld) studierte Fotografie und neue Medien an der Fachhochschule Bielefeld sowie am London College of Communication. Seine Arbeiten wurden unter anderem in der Aperture Gallery in New York, im Museum Morsbroich, der Warte für Kunst in Kassel, der Galerie Tagomago Paris sowie im Camera Club New York ausgestellt. 2016 gewann er den Merck Preis der Darmstädter Tage der Fotografie.

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IMAGE // Alexander Gehring 'The Alchemy of Colour' at PAVLOV’S DOG
IMAGE // Alexander Gehring 'The Alchemy of Colour' at PAVLOV’S DOG
IMAGE // Alexander Gehring 'The Alchemy of Colour' at PAVLOV’S DOG
IMAGE // Alexander Gehring 'The Alchemy of Colour' at PAVLOV’S DOG
IMAGE // Alexander Gehring 'The Alchemy of Colour' at PAVLOV’S DOG
IMAGE // Alexander Gehring 'The Alchemy of Colour' at PAVLOV’S DOG
pavlov's dog, Berlin, presents .... Bernhard Moosbauer - Mann mit Tiger
The digitalisation and the constant inter-connection through media have changed our world at its core. One of the most important aspects of this digital revolution has been the way in which images are distributed around the globe. In unimaginably large amounts, images are sent around the world through various, uncountable channels: This constant flow creates gigantic visual noise that, just a few years ago, would have thought to be impossible. What has also changed is our perception of authorship and authenticity. Who owns the copyright to an image is a question that-for most images that are shot virally through the social and other networks-remains unanswered. In regards to authenticity the question as to whether an image is not always the result of a digital altering process and therefore does not depict "reality" also remains unanswered.

Insight of this interconnected gush of images the single image becomes nothing more than an extremely slight hub that nevertheless supports this endless image machinery with its likes and shares.

One of the many hubs or image junctions is the facebook account of the photographer and media artist Bernhard Moosbauer. He takes the visual material that randomly flows towards him in the social network and re-works it. In this way he has accumulated an archive of contemporary culture that makes the viewer smile and at the same time makes us think about the relationship between media and reality. Moosbauer's remix-technology takes away the garish through a coherent, low-contrast, black and white aesthetic. In this way Moosbauer breaks the images down to a coherent level and suddenly one is able to see the images in a new context and on a different semantic level. What then appears in these images-behind the obvious humour of this-often absurd-scenery-is a melancholic view of the daily absurdity of contemporary culture.

Bernhard Mossbauer(*1969) lives and works in Berlin as a freelance photographer, DJ and media artist. He is one of the founders of pavlov´s dog. Moosbauer holds a degree in Photography and Media Art from the Academy of Visual Arts in Leipzig where he was a student of Timm Rautert and Helmut Mark. He received his diploma in 2001.

Andreas Wolf

Exhibition Opening: 22nd of August, 7 pm.
Exhibition: 23.08.2013 – 21.09.2013

pavlov’s dog
space for photography
Bergstrasse 19
10115 Berlin
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IMAGE // PAVLOV’S DOG : Bernhard Moosbauer
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IMAGE // PAVLOV’S DOG : Bernhard Moosbauer
IMAGE // PAVLOV’S DOG : Bernhard Moosbauer
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