News // 3 News by Susanne Junker

featured by GoSee ART : Nemoguce ne postoji, izgovora nema! - Der Belgrad Photo Month 2019 by Susanne Junker, die '21st Century Woman' berichtet exklusiv für GoSee über das noch junge serbische Festival von Initiator und Kurator David Pujado

Jetzt steckten wir fest, hinter einem Polizei Streifenwagen auf einer Autobahnauffahrt. Die Stadtautobahn sollte uns wieder ins Zentrum Belgrads zurückführen. Doch es ging nicht vorwärts und nicht rückwärts. Das Blaulicht der Polizei warf Farbe in den Innenraum unseres Autos. Ich hockte hinten, halb auf dem Boden, halb auf der Rückbank. Links von mir ein blaues Gesicht, rechts von mir zwei. Vorne noch einmal zwei. Sechs blaue Köpfe und dazu zusammengequetschte Körper in einem kleinen PKW. Ich spürte meine Beine nicht mehr und irgendein Ellenbogen bohrte sich in meine Rippen. Wir duckten uns, so gut es ging, während der Kleinwagen mit seiner eingepferchten Fracht von sechs Fotografinnen und Fotografen aus allen Herren Ländern dem Polizeiauto hinterher kroch. Einige von uns Insassen hatten sich erst ein paar Stunden zuvor bei einer Vernissage am Stadtrand kennengelernt. Nun alberten wir gemeinsam und ungehalten, auf English mit diversen Akzenten, ein Selfie wurde geknipst, und plötzlich waren die Bullen vor uns weg. Es war Samstagabend und es ging los, das Auftaktwochenende des “Belgrade Photo Month” (BPM) Fotofestival.

Der Chauffeur dieser unvergesslichen Fahrt war David Pujado. Er ist der Initiator und Kurator dieses Fotofestivals, das nun zum vierten Mal in der Hauptstadt Serbiens stattfindet. David, gebürtiger Katalane aus Barcelona, kam vor sieben Jahren zu Besuch nach Belgrad. Damals spürte er als Fotograf und Kunstliebhaber eine neue Energie und fand, es wäre der richtige Zeitpunkt, hier Ausstellungen für junge Fotografen zu organisieren. Zuerst zwischen Barcelona und Belgrad pendelnd, ließ er sich 2013 in Belgrad nieder und eröffnete 2014 seine Galerie „Бартселона“ (Barcelona) im Belgrader Design-Distrikt. Inzwischen hat er in seiner Galerie 70 Ausstellungen mit ansässigen und internationalen Fotografen gezeigt. Nach einer Reise nach Paris zur “Paris Photo”-Messe kam David mit der Überzeugung nach Belgrad zurück, dass es “so etwas Ähnliches” auch in seiner Wahlheimat geben sollte. Erstaunlich, wie rasant sich Idee und Konzept eines Monats der Fotografie etablieren sollte. “Noch fehlen die großen Museen und Institutionen der Stadt, die als Partner am Programm teilhaben”, sagt er. Dennoch ist der “Belgrade Photo Month” mit 50 Ausstellungen an 40 verschiedenen Orten ein mittlerweile nicht mehr wegzudenkendes Kulturereignis in Serbien, das viele internationale Besucher in die Stadt bringt.

Entsprechend waren die Passagiere des Kleinwagens, neben dessen katalanischem Besitzer, ein Russe, eine Österreicherin, ich eine Deutsche, eine Holländerin und ein Chilene. Wir alle waren angereist, um beim Photo Festival unsere Kunst zu zeigen, um Workshops zu veranstalten und um Künstlergespräche zu führen. In den folgenden Wochen sollten nun ständig Künstler an- und abreisen und es sollten täglich Vernissagen und Veranstaltungen stattfinden.

Für die Fotografin Debbie Schoone aus Holland und den Fotografen Nikita Svertilov aus Russland war es das erste Festival überhaupt. Sie sind zwei von drei Gewinnern des “young talents awards" für Fotografen unter 25 Jahren. Der drittplatzierte Nikita Svertilov recherchierte Anweisungen zur privaten Herstellung von Sexspielzeug. “Custom pleasure” ist seine Uni Abschlussarbeit. In Russland ist Sex im Allgemeinen und Sexspielzeug im Besonderen immer noch ein Tabuthema. Trotzdem versuchen die Menschen, sich mit dieser Angelegenheit experimentell auseinanderzusetzen, indem sie zu Hause ihr eigenes Spielzeug für Erwachsene basteln. Bei seiner Recherche tummelte sich Nikita au Internetforen, studierte Gebrauchsanweisungen wie Sexspielzeug herzustellen ist und kreierte eigene Modelle, die er dann ablichtete. Er möchte die Sexualität der russischen Gegenwart analysieren. Warum gibt es noch selbstgebasteltes Spielzeug? Gibt es Angst vor Stigmatisierung oder erfüllt man sich einfach den Wunsch, einen einzigartigen Dildo zu besitzen?

Die Serie “Custom pleasure” wurde im “UK Stari grad” ausgestellt. Das „UK Stari grad” ist eine der wichtigsten Bezugspunkte der zeitgenössischen Kultur in Belgrad. Das Kulturzentrum bietet jeden Tag Film, Theater und Musik, unterstützt Festivals und regt die lokale Kulturszene an. Es befindet sich in einem 1925 erbauten imposanten Art-Deco Gebäude mit sichtbarem Einfluss der späten Wiener Sezession und des tschechischen Kubismus. Während meines viertägigen Aufenthaltes war ich mehrmals im „UK Stari grad”. Und dort fand am Tag nach der Eröffnung meiner Ausstellung in der Galerie LauferArt auch mein Künstlerinnengespräch “21st Century Woman” statt. Die Galerie LauferArt wiederum ist ein schmucker weißer Kubus in der Nähe der Sava/Donau Mündung. Die Galerie konzentriert sich auf Fotografie und stellt etwa die international bekannten serbischen Fotografen Boogie und Dušan Reljin aus. David Laufer, der Besitzer von LauferArt, unterstützt als Partner den BPM und stellte großzügig seinen Galerieraum für meine Ausstellung „Re-Searching Identity“ zur Verfügung, meine erste Ausstellung auf dem Balkan.

In den 1990er-Jahren habe ich als Fotomodel und damit als Subjekt vor der Kamera gearbeitet. Jahre später habe ich meine Position innerhalb dieser Konstellation radikal verändert. Ich wurde Fotografin und übernahm damit die Kontrolle über die Darstellung des eigenen Ich. Im Laufe der Zeit entstand dadurch eine umfangreiche Selbstporträt-Sammlung. Mit dem Thema Selbstporträt befasse ich mich bis heute, wobei ich immer die Position der Frau als Subjekt im Bezug auf die Kameralinse hinterfrage. Dabei beschäftige ich mich mit den Bildern, die wir als Künstler*innen der Öffentlichkeit präsentieren, und gehe der Frage auf den Grund, ob wir uns auch selbst in diesem Kontext womöglich neu positionieren könnten, indem wir die eigene Identität erforschen.

Wie verhält sich die gegenwärtige Selfie-Kultur zur der Identitäts-Erforschung durch Selbstporträts? Gibt es einen Unterschied zwischen der Art und Weise, wie wir uns selbst in den sozialen Netzwerken präsentieren, und der Art und Weise, wie wir das in den Kunstgalerien tun? Stellen all diese Selfies und Selbstporträts überhaupt noch „uns” dar? Sind das immer noch „wir”? Was ist in unseren Augen vollkommen? Kann man auch dann von Kreativität reden, wenn Fotos nur fürs Internet zum posten und anklicken gemacht werden? Dies sind Fragen die in meiner Ausstellung und auch während meines Künstlerinnengespräches von meiner Gesprächspartnerin, der Kunsthistorikerin Marija Jovanovic aufgeworfen wurden. Jovanovic wollte auch wissen, wer denn nun die Frau des 21igsten Jahrhunderts sei, von der der Titel meine Buches „21st Century Woman“ spricht? Ein Mann, antwortete ich. Denn für mich hat Feminismus nur durch Gemeinschaft eine Zukunft.

Die Kunsthistorikerin Marija Jovanovic ist gleichzeitig Aktivistin und Pädagogin. Sie ist Gründerin und Präsidentin des „Zentrums für soziales Gleichgewicht“ (CESBA), das das allgemeine Bildungsniveau junger Serben durch verschiedene Formen der nichtformalen Bildung verbessern will. CESBA macht Projekte zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Abschaffung aller Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt und diskriminierender Ideologie, die Gewalt fördert. Es will beitragen zur wirtschaftlichen Stärkung durch professionelle und informelle Bildung und zur regionalen Zusammenarbeit von Frauen. Es unterstützt junge Künstlerinnen und Künstler und Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter durch Workshops, Publikationen, Ausstellungen. Es war also kein Zufall, dass Marija Jovanovic mein Künstlergespräch moderierte. Gleichstellung der Geschlechter und das Aufdecken geschlechtsspezifischer Gewalt sind Themen, die nicht genug diskutiert und an die Öffentlichkeit gebracht werden können und auch in meiner Arbeit allgegenwärtig sind.

Marija und ich besuchten anschließend „Vracar“, eine Gegend in der Belgrader Innenstadt. Ich bestaunte die Art-Deco Gebäude, die mich sehr an die Art-Deco Bauweise der ehemaligen französischen Konzession in Shanghai erinnerten, wo ich vor einigen Jahren lebte. Die Straßen sind von Bäumen gesäumt, überall gibt es kleine Cafés und Boutiquen. Die weltweiten Ketten, die uns Kaffee servieren und uns mit dem immer gleichen Essen zu füttern versuchen, sind in Belgrad noch nicht angekommen. Sowohl in der Kunst als auch im Stadtbild wird Individualismus praktiziert. Und, im Vergleich zu anderen Hauptstädten Europas, sind die Mieten noch bezahlbar - das Künstlerinnenherz fragte sich also, ob Belgrad das neue Berlin ist? Dennoch sind Serbinnen und Serben im Moment extrem unzufrieden. Zigtausende demonstrieren jeden Samstag schweigend in der Innenstadt Belgrads gegen die Regierung. Während wir weiter durch die idyllische Nachbarschaft spazierten kamen wir auf der bekannten Krunskastrasse auf die erste serbische Filmemacherin Soja Jovanovic zu sprechen, die nach dem zweiten Weltkrieg viele junge Landsleute mit einem Satz positiv beeinflusste. Sie sagte:

„Nemoguce ne postoji, izgovora nema!
 (Unmöglich gibt es nicht, keine Ausrede!)

Marija schrieb diesen Satz auf ein Blatt Papier. Wir kauften der Blumenfrau an der Ecke eine Lilie ab und dann posierte Marija für mich damit vor einer riesigen Wand an der Straßenkreuzung, auf der in gigantischen Lettern „Борба“ (Kampf) geschrieben stand. Ich hätte mir kein besseres Porträt und Motiv aus Belgrad wünschen können.

Susanne Junker, April 2019

GoSee unbedingt : belgradephotomonth.org
24.04.2019 // show complete article

 
'Between me and myself there is only me' Susanne Junker zeigt 'Portrait-Parole' bei WhyWhyArt in Nanjing - ihr exklusiver Reisebericht auf den Spuren des feministischen Zeitgeistes 2017 in China und der Kunststadt Shanghai

Anfang Dezember flog Susanne Junker nach Shanghai. Sie war eingeladen, bei einer Ausstellung über “vergleichenden Feminismus” teilzunehmen, initiiert und organisiert vom Kunstzentrum “WhyWhyArt” in Nanjing. Wie kommt man zu so etwas? Gibt es Feminismus in China? Was ist WhyWhyArt? Und wo liegt Nanjing? Fragen die GoSee bewegen - hier der exklusive Reisebericht der Fotografin/Künstlerin/Kuratorin und nicht zuletzt GoSee-Freundin für Euch auf GoSee.

"Wenigstens was Shanghai angeht, bin ich eine alte Häsin. Dort wohnte ich ab 2004 mehr als 10 Jahre lang und wurde Zeugin einer rasanten Veränderung. Die Nuller-Jahre waren in Shanghai wild und frei. Alles war neu und für alles und jeden gab es Platz in einer Gesellschaft, die anfing sich neu zu mischen, zu erfinden und zu etablieren. 2007 gründete ich einen “non profit art-space” in Shanghai, das “stage候台BACK”. Nach bester Brooklyn-Untergrund-Manier geschah dies in einem schäbigen Lagerhaus, vollgesprüht mit Graffiti und besetzt von chinesischen Künstlern sowie Zugezogenen, wie ich eine war. Untereinander fand ein reger Austausch statt. Der Tee floss, der Schnaps auch, die Zigaretten qualmten und kontroverse Ausstellungen wurden gehängt. Einfach für uns, um uns auszudrücken und um Teil der wachsenden Dynamik zu sein, welche uns umgab.

In Shanghai gibt es dies heute alles nicht mehr. Die Künstler sind weit an den Stadtrand rausgezogen oder gleich ganz weg, nach Beijing oder Berlin oder in andere Städte in China, wie zum Beispiel nach Nanjing. In Shanghai regieren seit vielen Jahren nur noch das Geld und der Kommerz. Jedoch stehen inzwischen einige der schnell aus dem Boden gestampften luxuriösen Geschäfte und Einkaufszentren auch schon wieder leer.

Auch Zane Mellupe-Goutard kennt die Energie der Nuller-Jahre nur zu gut. Zane, Künstlerin und Kuratorin, kommt ursprünglich aus Lettland und nennt seit vielen Jahren Shanghai ihr Zuhause. Sie ist Mitbegründerin des island6 Kunst Kollektive und Gründerin von Yongkang-Lu Art und WhyWhyArt. Zudem betreut sie sozial engagierte Kunstprojekte und berät und betreibt auch selbst dokumentarische Forschung im Bereich Stadtentwicklung in ganz China. Wir wurden beide beinahe ein wenig melancholisch, als wir uns gemeinsam daran erinnerten, wie aufregend es war, als Zane inmitten eines alten Gemüsemarktes auf der Yongkang Road Galerien eröffnete und 2015 für die Eröffnungsausstellung von WhyWhyArt, eine verlassene Klinik für traditionelle chinesische Medizin in Ausstellungsräume verwandelte.

Inzwischen hat WhyWhyArt in Nanjing einen neuen Platz gefunden. Nanjing liegt 330 km westlich von Shanghai. Der Schnellzug rast die Strecke in einer Stunde und sieben Minuten. Die 12 Millionen Einwohner Stadt erinnert stark an die Zeit, als ich anfing, in China zu arbeiten. WhyWhyArt, das 300 Quadratmeter große Kunstzentrum, liegt im ersten Stock eines Bürokomplexes, das umringt ist von Kränen auf einem freien Feld, das kurzerhand zur Freihandelszone erklärt wurde. Gegenüber einer Baustelle für eine neue U-Bahn-Station steht ein überdimensionaler Bohrer, die geteerten Straßen führen ins Nirgendwo und sind gesäumt von frisch gepflanzten Bäumen. Die Autobahn, die das Landschaftsbild durchschneidet röhrt unaufhörlich, die Skyline von downtown Nanjing schimmert gelblich am Horizont. Es gibt ein Café, eine Designerboutique und einen Supermarkt der an ein Foto von Andreas Gursky Foto erinnert, mit seinen menschenleeren langen Fluchten und den akribisch genau eingeräumten Regalen, die selber aussehen wie eine Kunstinstallation, mit der absurden Repetitivität einer schier unglaublichen Masse des immer gleichen Produktes. Die Kassierer dösen oder starren auf ihr Handy außer, es laufen ein paar Künstler vorbei. Dann drehen sich ihre Köpfe und die Blicke fragen überrascht: “was macht ihr denn hier”? Und auch wir sind dann nicht weniger erstaunt über eine solche bizarre Szene.

Das Konzept, neu entwickelte Immobilien durch künstlerische Aktivitäten 'aufzuhübschen' ist in China äußerst beliebt. Kommerz verbunden mit Kreativität soll neue Stadtviertel begehrenswert machen. Was sich in westlichen Städten über Jahrzehnte natürlich entwickelt, soll in China aber rasant schnell gehen. Einige wenige Jahre, dann soll ein Stadtviertel fertig sein und dann ist auch wieder Schluss mit der Kunst. Und Zane Mellupe-Goutard weiß inzwischen, wie sie einen neuen Ort in einer begrenzten Zeitspanne bestmöglich für ihre kuratorische Arbeit nutzen kann. Unter anderem ermöglichen ihr diese kurzen Zwischenspiele, sich mit Themen zu beschäftigten, die für die chinesische Kunstwelt eher ungewöhnlich sind, zum Beispiel mit dem Thema Feminismus.

Aber gibt es in China überhaupt Feminismus? Immerhin gibt es über eine halbe Milliarde Chinesinnen! Tatsächlich zeigt die Ausstellung “On starting another conversation about comparative feminism”, dass der feministische Zeitgeist sogar in China angekommen ist. #metoo hat sich durch soziale Medien auch dort verbreitet und Feminismus bleibt hoffentlich keine westliche Bewegung mehr.

Was mich betrifft, so präsentierte ich ein Porträt von Sofia Sept, das ich 2016 für die Serie “Portrait-Parole” in Paris fotografiert habe. Sofia ist für mich der Inbegriff von zeitgenössischem Feminismus in Frankreich. Als Femen-Mitglied und als Aktivistin ist sie allgegenwärtig. Die mittlerweile berühmte Hand, auf der mit rotem Lippenstift geschriebenen #metoo, ist ihre. Ich fühlte mich geehrt, den jungen chinesischen Studentinnen bei einem Forum während der Ausstellungseröffnung in Nanjing von Sofia zu erzählen, vor ihrer geschriebenen Botschaft an der Wand: “Zwischen mir und mir gibt es nur mich”, war es wie vor einem Altar zu predigen.

Steven An, Künstler und Moderator des Forums fragte direkt: wie wichtig ist es, zu verstehen warum und wie eine Bewegung anfing? Wie wichtig ist es zu begreifen, das Feminismus, Gender und Rassismus nahe beieinander liegen? Vieles wird nicht verstanden. Wie erklärt man jemanden der nicht wählen kann, wie wichtig es war, das Frauenwahlrecht zu erstreiten? Doch hellhörig wurden wir auch, als eine junge Frau erzählte, dass ihr Freund sie zwingt die Pille zu nehmen und sie das eigentlich gar nicht will. Was steckt dahinter? Frustration wurde kundgegeben und viele Fragen stehen offen.

Der dazugehörige Text der Ausstellung beschreibt in 3 kurzen Punkten erstmal ganz einfach die Geschichte des Feminismus bevor er sich weiter mit feministischer Kunst auseinandersetzt und weiter über Gender und “vergleichenden Feminismus” schreibt. Das Thema steckt in China in den Kinderschuhen und Zane Mellupe-Goutard plant eine Serie von weiteren Ausstellungen um dem Thema die verdiente Plattform zu geben. Dann geht es für mich wieder nach Nanjing.


WhyWhyArt at Chic Oasis at Nanjing City, Pukou District . Zijin Special Creative Zone . 88 Pubin RD, 2F . Feminism is one of the most important social terms in the contemporary -world. Not only because half of the world’s population is feminine. Feminism, alongside globalization, population migration, and technological advancement, is one of the major factors changing the existing social order and influencing our understanding of what it is to – to be a human. 17 artists, both international and domestic, will explore the nature of comparative feminism, the existence of differing perceptions and trajectories of feminist identification that coexist as a result of a world that is globally connected, yet widely disparate regarding other influential factors, such as social mobility and economic development. Curated by Zane Mellupe-Goutard.

participating artists: 

Abby Robinson (USA)

Alexandre Ouairy (France)

Daniele Mattioli (Italy)

Guanyi Ming (China)

Hazal Firat (Turkey)

Inga Bruvere (Latvia)

Island6 Arts Collective (International)

MATE (China)

Monika Lin (USA)

Panos Dimitropoulos (Greece)

Steven An (China)

Susanne Junker (Germany)

Cao Tongliang (China)

Virginie Lerouge Knight (France)

WeAre (International)

Zane Mellupe-Goutard (LV/FRA)

Zhu Ye (China)
18.12.2017 // show complete article

 
GoSee Art Tipp: 21ST CENTURY WOMAN - die Fotografin SUSANNE JUNKER präsentiert ihr Künstlerbuch mit Fotografien, Performance-Art und Texten als Spiel mit Identität, Feminismus und Beauty.... erhältlich im GoSeeSHOP

Die Fotografin und Künstlerin Susanne Junker präsentiert mit 21ST CENTURY WOMAN  eine Art persönliches Tagebuch. Begonnen hat sie dieses Anfang 2016 im Shoebox Studio Paris und beendet im März 2017 mit der Schliessung des kleinen Studios an der Republique. Veröffentlicht wird das Buch von Journal of Culture, dem  Verlag von Julia Scorna aus Leipzig. Hier bei GoSee geben wir Euch einen Einblick in das Buch, das in limitierter und signierter Kleinauflage auch direkt via GoSeeSHOP bestellt werden kann.

Was die Geschichte hinter der SHOEBOX ist wollten wir wissen. Susanne führt aus: "In 2016, I returned to Paris, after living in Shanghai for many years and I was urgently looking for a work space. About 15 years before, I helped my friend Stéphane Coutelle to clear out a studio he had just rented close to Place de la Republique in Paris. The small room, hidden all the way back of an old building, was then, so it seemed, an illigal brothel. The space was divided into three separate booths. Yellowed and shabby erotic posters of asian women covered the walls, some of them soaked in splashes of frying oil. It smelled of grease and cheap sex. We aired it out, knocked down the temporary walls and transformed it into a tiny photostudio and Stéphane christined it: “the shoebox“."

Das erste Foto im Buch ist ein Selbstportrait, entstanden anläßlich des Chinesischen Neujahrs im Februar 2016 : "Me in a box, being shipped from Shanghai to Paris, and back into the Shoebox Studio ..." War es das dann mit der Shoebox wollen wir wissen? Nein, Susanne Junker lacht : "The more things change, the more they stay the same. Here I was, an eternity later, after traveling the world and living abroad in the same space that I helped renovate more then a decade ago. Simply being in this space again automatically forced me to confront and reflect on my work. How do I want to continue to pursue subjects that have interested me for many years."

Die Themen mit denen sie sich in dieser Zeit beschäftigte? Women, identity, body, beauty, age, androginity, sex, censorship, sexsism, feminism...  so beschäftigt sich Susanne in der zentralen Serie des Buches 'RED PERFORMANCE OR THE SEARCH FOR THE CONTEMPORARY FEMALE BODY' mit der Farbe Rot, die für sie eine Ausdrucksform von Gewalt und Blut, von Krieg und Kampfrüstung darstellt.

Auch das Leben als Künstlerin hat seine harten Seiten. "Being an artist is hard. Being a female artist is even harder. I need to spend time with women who are changing the real world." so Susannes Credo in 2017. Aktuell ist die Künstlerin auf dem Weg nach China, wo Sie von 2008 - 2013 den experimentellen Kunstraum stageBACK in Shanghai führte. Erst im legendären 696 Warehouse, dann im berühmten Galerieviertel M50. Sicher bringt sie uns auch von dieser Reise neue Geschichten und visuelle Eindrücke mit. Wir werden berichten.

10% der Einnahmen aus dem Buch gehen an ONE SKY FOR ALL CHILDREN, eine Institution die Susanne schon lange begleitet und mit ganzem Herzen unterstützt. Hier ein wunderchönes Zitat der Gründerin Jenny Bowen über die Entstehung ihrer Hilfsorganisation : "I suppose have a tendency to leap first and ask questions later. That’s how I, a middle-aged screenwriter of modest accomplishment – really an ordinary person in every way – through a gift of fate, became mother to a precious but wounded child from an orphanage in China. And that’s how I moved my family to China, determined to help the Chinese government re-imagine its entire child welfare system (and succeeded!) And it’s how I came to write a book, although I’d never written anything remotely like it before. And how I found myself driven to start a social action movement for the world’s most vulnerable and forgotten children." onesky.org


About - Susanne Junker is an artist with focus on photography. Born 1973 in Germany, she lives and works in Paris France. Autodidact, her work concentrates on femininity and identity. Additionally, Junker founded and directed stage候台BACK, an art space for experimental projects in Shanghai China from 2008 - 2013. 


About - One Sky. A former screenwriter and independent filmmaker, Jenny founded One Sky in 1998 in order to give something back to China, her adopted daughters’ home country and to the many orphaned and abandoned children then languishing behind institutional walls. In 2008, Jenny received the Skoll Award for Social Entrepreneurship; she was chosen by popular vote to carry the Olympic Torch on Chinese soil; and in that same year, Half the Sky became one of only a handful of foreign NGOs officially recognized and legally registered by the Chinese governmentonesky.org


Das Buch - SUSANNE JUNKER '21ST CENTURY WOMAN' - Künstlerbuch, ISSN 1864–9883, EDITION No.1 / 75, PUBLISHER Journal of Culture, Leipzig / Germany .... signiert und auf Wunsch mit Widmung erhältlich für 48 Euro (GoSee WEIHNACHTSPROMOTION : 38 Euro !!)  in ihrem GoSeeSHOP 


About - GoSee.SHOP steht für Autorenfotografie und unterstützt Fotografen dabei ihr einzigartiges Artwork für Editorials, Kampagnen und Fine Art an Redaktionen, Agenturen und Foto-Begeisterte zu vermitteln. GoSee.Shop betreut die reibungslose Abwicklung von der ersten Anfrage bis hin zur Freigabe des Artworks durch den Shop-Inhaber. GoSee.Shop/SusanneJunker
19.10.2017 // show complete article